Burg Kreuzau

Burg Kreuzau – Die Wasserburg an der Rur

Versteckt im romantischen Rurtal erhebt sich Burg Kreuzau oberhalb der Rur und erzählt von Rittern, Fehden und verschwenderischer Adelsprunk. Mit ihrem wasserumwehrten Mauerring und den kräftigen Wehrtürmen schlägt sie heute noch den Bogen von mittelalterlicher Grenzbefestigung zu lebendiger Kulturlandschaft.

Historischer Hintergrund

Die heutige Niederungsburg entstand um 1330 an einer strategisch bedeutsamen Furt der alten Römerstraße über die Rur. Vermutlich stand an dieser Stelle bereits in römischer Zeit ein befestigtes Haus. Im 13. Jahrhundert fiel die Anlage in den Besitz des Ritters Dietrich von Schinnemann, der gegen Herzog Wilhelm I. von Jülich rebellierte. Nach seinem verlorenen Aufstand wurden seine anderen Burgen geschleift – Burg Kreuzau jedoch durfte er 1384 für 2 000 Goldgulden an das Kollegiatstift Jülich veräußern.

Bis ins 16. Jahrhundert gehörte Kreuzau Familien aus Köln, ehe über Heirat die Herren von Raesfeld einzogen. Im 17. Jahrhundert eskalierten Erbberechtigungsstreitigkeiten: 1668 ließ der kaiserliche Oberstleutnant Dietrich Adolf von Torck die Hauptburg zerstören, um einen Rückfall an das Jülicher Stift zu verhindern. Erst 1701 entschied das Hofgericht Düsseldorf zugunsten seiner Erben, die das Gut weiter verpachteten.

Architektur und Baubestand

  • Wehrmauerring mit runden Ecktürmen, deren Bruchsteinmauern heute noch imponieren
  • Mächtiger Wassergraben, der die Hauptinsel komplett umschließt – einst mehrfach mit Zugbrücken versehen
  • Reste des Palas und der Wirtschaftsgebäude, deren Grundrisse als Mauerfragmente ablesbar sind
  • Zwingeranlagen zwischen Haupt- und Vorburg, die den Verteidigungswert durch Vorwerke erhöhten

In ihrer Symbiose aus Wehrhaftigkeit und Wohnkomfort zeigt Burg Kreuzau typische Elemente einer Niederungsburg: robuste Mauern, Wasser als natürlicher Schild und ein weiträumiger Burghof, der einst das Zentrum höfischen Lebens beherbergte.

Burg heute – Nutzung und Umgebung

Obgleich die Burg heute in Privatbesitz ist und nicht begehbar, lohnt sich eine Umrundung per Fußweg: An klaren Tagen spiegelt sich die Anlage malerisch in der Rur, Wildrosen ranken an den alten Mauern, und im Frühling ertönt Vogelgezwitscher unterm historischen Gemäuer. Gleich neben der Burg führt der RurUfer-Radweg entlang – die ideale Verbindung für Radfahrer und Wanderer, die sich von mittelalterlicher Atmosphäre verzaubern lassen.

Anfahrt und Parken

Adresse Burg Kreuzau 52538 Kreuzau (Kreis Düren), Nordrhein-Westfalen

Anreise mit dem Auto • A4 (Köln–Aachen) bis Ausfahrt Düren/Kreuzau nehmen • Weiter auf der B264 Richtung Kreuzau • Im Ort beschildert: „Burg Kreuzau“ → Parkplatz am Rathausplatz (gebührenfrei) • Von dort 5 Minuten Fußweg entlang der Rur zum Burghang

Anreise mit Bahn & Bus • Zug bis Bahnhof Düren (RE 1, RE 9, RB 20) • Umstieg in Buslinie 293 (Rurtalbus) Richtung Nideggen/Heimbach • Ausstieg an der Haltestelle „Kreuzau Kirche“ • Ca. 600 Meter Fußweg über Kirchstraße und Bachstraße zum Burgeingang

Tipp für Regionalverkehr Das „SchönerTagTicket NRW“ ermöglicht sonn- und feiertags unbegrenzt Bus- und Bahnfahrten in ganz Nordrhein-Westfalen – perfekt für einen günstigen Burgen-Ausflug!

Ausblick und Geheimtipps

Wer tiefer eintauchen möchte, folgt dem unscheinbaren Pfad am östlichen Burggraben: Hier lassen sich Mauerwerkspartien aus der Rekonstruktionsphase nach dem Großen Brand von 1668 entdecken. Fotografen reizt das weiche Abendlicht, das die grauen Bruchsteine in Gold- und Blautöne taucht. Kinder lieben die kleine Rur-Furt, in der sie Steinmännchen stapeln und Enten füttern können.

Und wer nach einer Burgentdeckung Appetit bekommt, kehrt ins nahegelegene Gasthaus „Zur Rurmühle“ ein – regionale Küche, hausgebackenes Brot und eine Naturterrasse direkt am Flussufer.

 

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