Schloss Kellenberg – Das Wasserschloss an der Rur
Versteckt im beschaulichen Stadtteil Barmen der Kreisstadt Jülich erhebt sich Schloss Kellenberg als prachtvolles Wasserschloss über der Rur. Umgeben von breiten Wassergräben und üppigem Auenwald spiegelt es jahrhundertealte Adelsgeschichte ebenso wie neuere Baugeschichten wider. Heute zieht die geheimnisvolle Ruine Fotografen, Burgbegeisterte und Radfahrer gleichermaßen an und bietet einen faszinierenden Blick in die wechselvolle Historie der Region.
Geschichte und Adelssitz
- Erste Nennung der Feste „Kellenberg“ datiert ins 14. Jahrhundert; vermutlich entstand die Anlage bereits im 12. oder 13. Jahrhundert als Wehrbau zur Sicherung der Rurauen.
- Ursprünglich gehörte Burg Kellenberg Edmund von Barmen und ging später an Gerhard Mulart von Hullhoven über. 1429 gelangte sie durch Heirat an Wilhelm von Wevelinghoven, Erbmarschall von Köln.
- Unter der Familie Scheiffardt von Merode wurde der heutige Schlossbau im 15. und 16. Jahrhundert errichtet – eine Symbiose aus spätmittelalterlicher Wehrarchitektur und elegantem Renaissancestil.
- 1626 veräußerte Otto Heinrich Waldbott von Bassenheim den Besitz an Johann Karl von Utenhove; 1638 erwarb ihn der kaiserliche General Johann Graf von Werth (Jan van Werth) für seine Tochter Lambertine Irmgardis.
- In der Folgezeit führte eine dynastische Ehe der Familie Raitz von Frentz bis 1888 und danach den Grafen Hoensbroech das Schloss weiter.
Brand, Verkauf und heutiger Zustand
Am 1. April 1992 wütete ein verheerender Brand, der das Hauptgebäude nahezu vollständig zerstörte. Nach umfangreichen Sicherungsmaßnahmen erwarb 2009 der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW das Anwesen – begleitet von juristischen Ermittlungen gegen Beteiligte. Im November 2022 wurde Schloss Kellenberg im Rahmen eines öffentlichen Bieterverfahrens erneut zum Verkauf angeboten. Heute ist der Wassergraben wieder geflutet, die Umfassungsmauern stehen teils restauriert, teils im Ruinenzustand, und das Schloss ist nicht öffentlich zugänglich.
Architektur-Highlights
- Wassergraben und Vorburg: Eine ringförmige Wasserbarriere umschließt die Hauptinsel, auf der einst Palas und Wohngebäude standen. Die Vorburg mit Zugbrücke lässt die militärische Funktion erahnen.
- Palas und Wirtschaftsgebäude: Fundamente und Mauerreste zeichnen die Umrisse von Wohntrakt und Stallungen nach.
- Zwinger- und Wehrgangreste: Mehrere Stockwerke Wehrgang ermöglichen einen Eindruck der einst vielgliedrigen Verteidigungsanlagen.
Umgebung und Freizeit
Direkt am Ufer der Rur verläuft der beliebte RurUfer-Radweg. Schattige Auenpfade, Vogelbeobachtung und Angelstellen locken Naturliebhaber. Wer Höhenmeter sucht, erklimmt den Aussichtspunkt am Schlossfelsen und genießt Panoramablicke auf den Fluss und die Wälder.
Anfahrt und Parken
Adresse Schloss Kellenberg Steinweg, 52428 Jülich-Barmen
Mit dem Auto
- Autobahn A 44, Abfahrt Jülich-West nehmen
- Weiter auf Landesstraße L 14 über Merzenhausen nach Barmen
- Im Dorf dem Wegweiser „Schloss Kellenberg“ folgen – der Steinweg endet direkt an der Wasserburg
Parken Kostenfreie Parkmöglichkeiten gibt es am Ortsrand von Barmen (z. B. „Parkplatz Altstadt“). Von dort sind es etwa 10 Minuten Fußweg über den Steinweg zur Schlossruine.
Mit Bahn und Bus
- Bahn: Bis Bahnhof Jülich (RE 1 oder RB 39 ab Köln/Düren)
- Bus: Linie 293 (Rurtalbus) bis Haltestelle „Barmen Dorfmitte“, weiter 10 Minuten Fußweg über Steinweg > Tipp: Kombinieren Sie die Anreise mit einer Radtour oder Wanderung entlang der Rur – so entdecken Sie versteckte Auenpfade und alte Mühlenruinen!