Honda CB250N

Honda CB250N

Honda CB250N – Die „Super Dream“ der späten 70er: Alltagstauglichkeit mit Stil

Die Honda CB250N, auch bekannt unter dem Beinamen Super Dream, ist ein klassisches Mittelklassemotorrad aus dem späten 20. Jahrhundert, das Honda zwischen 1978 und Mitte der 1980er-Jahre produzierte. Mit der CB250N verfolgte Honda das Ziel, ein robustes, wirtschaftliches und dennoch stilvolles Motorrad auf den Markt zu bringen, das sowohl Einsteiger als auch erfahrene Fahrer ansprechen sollte.

In diesem Artikel betrachten wir die CB250N aus technischer wie historischer Perspektive, analysieren ihr Fahrverhalten, ihre Besonderheiten sowie die Gründe, warum sie heute als stilvoller Klassiker gilt.

Die Ära der „Super Dream“

In den späten 1970er-Jahren begann Honda damit, das Design und die Technik seiner beliebten CB-Reihe zu überarbeiten. Dabei entstand die sogenannte „Super Dream“-Serie, die sich durch ein moderneres Styling, verbesserte Fahrwerke und Motoren mit gesteigerter Alltagstauglichkeit auszeichnete. Die CB250N war in dieser Linie die kleine Schwester der CB400N und CB250T – sie nutzte viele Komponenten dieser Modelle, war aber auf den europäischen Markt abgestimmt, wo 250-ccm-Maschinen wegen günstiger Versicherungsbedingungen sehr gefragt waren.

Besonders in Großbritannien, Deutschland und Australien erfreute sich die CB250N großer Beliebtheit – nicht zuletzt wegen ihrer Zuverlässigkeit, des günstigen Verbrauchs und des komfortablen Fahrgefühls.

Technische Daten der Honda CB250N Super Dream

Motor und Antrieb

  • Motortyp: Zweizylinder-Reihenmotor, Viertakt, luftgekühlt
  • Hubraum: 249 cm³
  • Bohrung x Hub: 62,0 mm × 41,4 mm
  • Verdichtung: 9,4 : 1
  • Leistung: ca. 27 PS (20 kW) bei 9.500 U/min
  • Max. Drehmoment: ca. 21 Nm bei 8.000 U/min
  • Ventilsteuerung: OHC, drei Ventile pro Zylinder (zwei Einlass, ein Auslass)
  • Kraftstoffsystem: Zwei Keihin-Vergaser
  • Zündung: Transistorzündung (später CDI)
  • Anlasser: Elektrostarter (Kickstart entfiel ab späteren Modellen)
  • Getriebe: 6-Gang-Getriebe
  • Endantrieb: Kette

Fahrwerk und Bremsen

  • Rahmen: Stahlrohrrahmen in Doppelschleifenbauweise
  • Vorderradaufhängung: Teleskopgabel mit 33 mm Durchmesser
  • Hinterradaufhängung: Zwei Federbeine, verstellbare Vorspannung
  • Vorderradbremse: Scheibenbremse, Ø 240 mm
  • Hinterradbremse: Trommelbremse
  • Felgen: Aluminiumgussräder (Comstar-Räder)
  • Reifen vorne: 3.00-18
  • Reifen hinten: 3.50-18

Abmessungen und Gewicht

  • Länge: 2.075 mm
  • Breite: 765 mm
  • Höhe: 1.090 mm
  • Radstand: 1.370 mm
  • Sitzhöhe: ca. 785 mm
  • Leergewicht: ca. 162 kg
  • Tankinhalt: 16 Liter
  • Verbrauch: ca. 3,5–4,0 Liter/100 km
  • Höchstgeschwindigkeit: ca. 140–145 km/h

Motor und Technik im Detail

Die Besonderheit des Motors der CB250N liegt in seinem drei-Ventil-Layout pro Zylinder – eine eher ungewöhnliche Konfiguration, die Honda zur Verbesserung der Effizienz und Leistung einsetzte. Zwei Einlassventile sorgten für bessere Gasfüllung, während das einzelne Auslassventil für einfacheren Wartungszugang und geringeres Gewicht stand.

Der Motor selbst war sehr robust und langlebig. Die Konstruktion basierte auf dem Block der CB250T, wurde jedoch in Details verbessert: bessere Dichtungen, zuverlässigere Elektrik und feineres Ansprechverhalten. Der Motor ist bekannt für seine kultivierte Laufkultur – nicht so drehfreudig wie ein Vierzylinder, aber mit genug Schub für die Mittelklasse.

Dank des 6-Gang-Getriebes ließ sich die Leistung effizient dosieren. Der sechste Gang fungierte als „Overdrive“ und senkte die Drehzahl bei höherem Tempo, was wiederum zu einem besseren Langstreckenkomfort und geringem Verbrauch beitrug.

Fahrwerk und Handling

Das Fahrwerk der CB250N ist auf Alltag und Komfort ausgelegt. Die Kombination aus Teleskopgabel vorn und zwei Federbeinen hinten mit verstellbarer Vorspannung ermöglicht ein ausgewogenes, gutmütiges Fahrverhalten. Auch bei schlechtem Asphalt bleibt die Maschine kontrollierbar und dämpft Stöße zuverlässig ab.

Die Comstar-Räder sind ein technisches Highlight: Sie verbinden die Vorteile von Speichen- und Gussrädern. Sie sind leicht, robust und wartungsfrei – ideal für ein Motorrad, das auf Haltbarkeit und niedrige Betriebskosten ausgelegt ist.

Im Stadtverkehr überzeugt die CB250N mit gutem Wendekreis, niedrigem Schwerpunkt und einer komfortablen, aufrechten Sitzposition. Auch auf der Landstraße macht sie dank gleichmäßiger Kraftentfaltung und sicherem Bremsverhalten eine gute Figur.

Design und Ausstattung

Die CB250N war für ihre Zeit modern gestaltet: Ein klar gezeichneter Tank mit Seitenlinien, schwarz eloxierte Motorteile, sportlicher Auspuff und ein aufgeräumtes Cockpit mit zwei Rundinstrumenten (Tacho und Drehzahlmesser) sorgten für eine hochwertige Anmutung. Die Farbvarianten reichten von klassischem Schwarz über Metallic-Blau bis hin zu auffälligem Rot.

Besonderheiten wie der große Tank (16 Liter), Seitenständer und Mittelständer, verchromte Griffe und Spiegel, sowie ein Gepäckträger (bei manchen Versionen serienmäßig) machten die CB250N zu einem perfekten Begleiter im Alltag.

Modellpflege und Varianten

Die CB250N wurde in mehreren Varianten angeboten, darunter:

  • CB250N (Super Dream) – Ursprungsmodell ab 1978
  • CB250NB/ND – leicht überarbeitete Modelle mit verbesserter Elektrik und CDI-Zündung
  • CB250NA (Deluxe) – in manchen Märkten mit modifiziertem Scheinwerfer und mehr Chromteilen
  • CB250N Deluxe II – teilweise mit optionalem Verkleidungskit

In vielen Märkten wurde die CB250N parallel zur stärkeren CB400N verkauft, mit der sie sich Fahrwerk, Rahmen und Design weitgehend teilte. Wer auf den höheren Hubraum verzichten konnte, bekam mit der 250er eine ebenso alltagstaugliche Maschine mit geringeren Betriebskosten.

Wartung, Zuverlässigkeit und Ersatzteile

Die CB250N genießt den Ruf eines unkaputtbaren Alltagsmotorrads. Regelmäßige Ölwechsel, Kontrolle des Ventilspiels und Pflege der Kette – mehr braucht es oft nicht, um diese Maschine über Jahrzehnte in Schuss zu halten. Der Motor gilt als überaus robust, die Elektrik als solide, und die mechanischen Komponenten lassen sich auch von Hobbyschraubern gut erreichen.

Ersatzteile sind, gerade in Europa, noch gut erhältlich. Auf Plattformen wie eBay, in Foren oder bei spezialisierten Händlern finden sich Original- und Nachbauteile für Motor, Rahmen, Antrieb und Elektrik. Besonders gut dokumentiert ist die Maschine in britischen Werkstatthandbüchern – ein Vorteil für Restaurierungswillige.

Fazit

Die Honda CB250N ist ein Paradebeispiel für die Philosophie, die Honda seit Jahrzehnten verfolgt: funktionale Technik, hohe Zuverlässigkeit, alltagstaugliches Design und erschwingliche Kosten. Sie ist nicht spektakulär, aber durch und durch solide – ein Motorrad, das fährt und fährt, ohne viel Aufhebens zu machen.

In der heutigen Zeit ist die CB250N ein gesuchter Klassiker für Einsteiger in die Vintage-Szene oder Liebhaber von 70er-Jahre-Maschinen mit Charakter. Sie verkörpert ein bodenständiges Motorradkonzept, das nie aus der Mode kommt – und genau darin liegt ihre Stärke.

Ob als Alltagsklassiker, Café-Racer-Umbau oder originalgetreues Sammlerstück: Die CB250N bleibt eine der charmantesten 250er, die Honda je gebaut hat.

Honda CB400N in the Honda Collection Hall