Fairey Fox
Die Fairey Fox war ein britisches Leichtbombenflugzeug der späten 1920er- und frühen 1930er-Jahre, das von der Fairey Aviation Company entwickelt wurde. Ihr elegantes Doppeldecker-Design und die leistungsstarken Motoroptionen machten sie zu einem der schnellsten Flugzeuge ihrer Klasse. Ursprünglich als Exportmodell konzipiert, fand die Fox sowohl in ausländischen Armeen als auch bei der RAF Verwendung. Sie markiert einen frühen Übergang von trägen Bombern zu wendigen, schnellen Aufklärungs- und Angriffsflugzeugen.
Entwicklungsgeschichte
Frühe Planungen
Als Reaktion auf die Forderung nach einem schnellen, leicht bewaffneten Bomber entwarf Fairey Aviation in den Jahren 1927/28 einen Doppeldecker mit starker Flügelbelastung und schlankem Rumpf. Ziel war es, durch hohe Geschwindigkeit feindlicher Abwehr zu entgehen, statt auf schwere Panzerung zu setzen. Erste Skizzen sahen einen einmotorigen Entwurf mit robustem Fahrwerk vor, um von unbefestigten Feldflugplätzen operieren zu können.
Prototypen und Erprobung
Der Prototyp Fox I hob im Frühjahr 1929 erstmals ab. Er war mit einem Curtiss D-12-V12-Motor ausgestattet und erreichte Geschwindigkeiten bis 260 km/h. Nach erfolgreichen Flugtests folgten Modifikationen am Ober- und Unterflügel, um die Wendigkeit weiter zu erhöhen. 1930 begann die Serienfertigung der Fox II mit dem britischen Rolls-Royce Eagle IX-Motor, der eine noch höhere Dienstgipfelhöhe ermöglichte.
Konstruktion und Design
Rumpf und Tragwerk
Der Rumpf bestand aus einem tragenden Stahlrohrgerüst, das mit Sperrholz- und Leinwandbeplankung verkleidet war. Die schmale Linienführung reduzierte den Luftwiderstand erheblich. Das zweistöckige Tragwerk zeigte leichte Verspannung mit Drähten und Stahlstreben, wobei die Flügel positiv gestaffelt waren, um das Sichtfeld des Piloten zu verbessern.
Leitwerk und Fahrwerk
Das Leitwerk war konventionell ausgelegt, mit starren Leitwerksträgern und stoffbespannten Steuerflächen. Das umklappbare Hauptfahrwerk basierte auf stählernen Federbeinen mit Gummidämpfern – eine robuste Lösung für holprige Pisten. Ein starres Spornrad bündelte das Gewicht beim Start und bei der Landung sicher auf die Hauptbeine.
Technische Daten
Abmessungen
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Länge | 9,45 m |
| Spannweite | 12,19 m |
| Höhe | 3,23 m |
| Flügelfläche | 45,8 m² |
| Radstand | 3,25 m |
Antrieb
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Motorvariante | Napier Lion V12 |
| Leistung | 450 PS (332 kW) bei 2.100 U/min |
| Propeller | Vierblatt-Verstellpropeller |
| Kraftstoffkapazität | 568 l (intern) |
Leistungsdaten
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Höchstgeschwindigkeit | 240 km/h |
| Reisegeschwindigkeit | 210 km/h |
| Dienstgipfelhöhe | 7.620 m |
| Steigleistung | 7,5 m/s |
| Reichweite | 1.100 km |
| Startrollstrecke | 180 m |
| Landestrecke | 200 m |
Bewaffnung
- 2 × fest im Rumpf montierte Browning-MG .303 (Vickers K)
- Bombenlast bis 227 kg unter den beiden unteren Tragflächenhälften
- Optionale Aufhängung von leichten Zusatztanks oder Fotopods
Einsatz und Varianten
Militärische Nutzer
Die rumänische und belgische Luftwaffe gehörten zu den frühesten Exportkunden. In Belgien flogen die Foxes bis in die Mitte der 1930er-Jahre, bevor sie von moderneren Typen abgelöst wurden. Die RAF setzte die Fox II nur in kleinen Stückzahlen bei Erprobungseinheiten ein, erkannte aber das Konzept eines schnellen Bombers als Vorläufer späterer Jagdbomber.
Zivile Nutzung
Einige Exemplare fanden nach ihrer militärischen Nutzung den Weg in zivile Hände. Dort wurden sie als schnelle Reiseflugzeuge umgerüstet, teils mit Passagiersitzen und zusätzlicher Motorschutzverkleidung. Rundflüge und Luftschauen machten die Fox zu einem Star der frühen Luftfahrtveranstaltungen.
Variantenübersicht
- Fox I: Prototyp mit Curtiss D-12-Motor
- Fox II: Serienversion mit Rolls-Royce Eagle IX
- Fox III: Exportmodell mit Napier Lion XIA, verbesserter Kühlung und verstärktem Fahrwerk
Zusammenfassung
Die Fairey Fox vereinte für ihre Zeit außergewöhnliche Geschwindigkeit, wendige Flugeigenschaften und ausreichende Bombenlast in einem schlanken Doppeldecker-Design. Sie zeigte, dass man schnelle Angriffsflugzeuge nicht allein durch Panzerung, sondern durch Aerodynamik und Motorleistung schützen kann. Zwar wurden nur einige Hundert Exemplare gebaut, doch ihre Konzepte flossen in spätere Bomber- und Jagdbomberprogramme ein und begründeten das Erbe der schnellen Angriffsflugzeuge der Zwischenkriegszeit.
