Bakeng Deuce

Bakeng Deuce

Die Bakeng Deuce ist ein klassischer, zweisitziger Biplane im Stil der 1930er-Jahre, der als Eigenbau-Kit weltweit von Privatpiloten geschätzt wird. Mit ihrer charakteristischen Doppeldecker-Anordnung, dem offenen Cockpit und dem nostalgischen Design verkörpert sie den Geist der frühen Sportflugzeuge. Gleichzeitig bietet sie moderne Materialkombinationen und praktikable Wartungszugänge, die den Selbstbau und den Betrieb nachhaltig erleichtern.

Entwicklungsgeschichte

Ursprung und Designer

Entworfen wurde die Deuce von Bruce Bakeng, einem amerikanischen Flugzeugkonstrukteur und Experte für Heimwerker-Flugzeuge. Sein Ziel war es, das Flair historischer Biplanes mit zeitgemäßen Konstruktionstechniken zu verbinden und einen Bauplan anzubieten, der sowohl für Anfänger als auch erfahrene Amateurbauer geeignet ist.

Kit-Bausatz und Verbreitung

Seit den ersten Prototypen in den frühen 1990er-Jahren hat sich die Deuce als eines der populärsten Bausatzflugzeuge im Experimentalbereich etabliert. Ergänzende Verbesserungs-Pakete und optionale Motorisierungen erlauben heute eine Bandbreite von Leichtmotoren bis hin zu stärkeren Lycoming-Antrieben.

Konstruktion und Aufbau

Rumpf und Struktur

Der Rumpf besteht aus einem Stahlrohr-Gitterrahmen (4130 Chrom-Molybdän-Stahl), der mit Stoff bespannt und anschließend mit UV-schutzbeschichtetem Lack versiegelt wird. Die nasen- und hecknahen Bereiche werden mit Sperrholz- oder GFK-Elementen abgedeckt, um den Luftwiderstand zu reduzieren und Zugangsklappen zu realisieren.

Tragwerk und Flügel

Die beiden Flügel sind als einholmige Holzkonstruktion ausgeführt, verstärkt mit Gurten aus formverleimtem Sperrholz und Rippen aus Leichtbauholz. Eine Stoffbespannung sorgt für das klassische Erscheinungsbild. Querruder befinden sich nur am oberen Flügel und gewährleisten ein direktes Steuergefühl.

Fahrwerk

Ein starr verlegtes, gefedertes Hauptfahrwerk in V-Form absorbiert Landestöße auf unbefestigten Pisten. Gummipuffer schlucken harte Schläge, während große Ballonreifen das Einsinken in weiche Böden verhindern. Ein festes Spornrad stabilisiert das Flugzeug am Boden.

Antriebssystem

Motoroptionen

  • Continental A65 (65 PS): Klassiker mit wenig Gewicht und bewährter Zuverlässigkeit
  • Continental A75/A85 (75–85 PS): Mehr Leistung bei geringem Mehrgewicht
  • Lycoming O-235 (115 PS, optional): Steigleistungs- und Geschwindigkeits-Upgrade

Jeder Motor wird standardmäßig mit Vergaser und manueller Zündung ausgeliefert. Optional erhältlich sind elektronische Zündsysteme und Einspritzkits zur Leistungsoptimierung.

Propeller

Ein 76-Zoll-zweiblättriger Holz- oder Verbundpropeller liefert effizienten Schub im niedrigen Drehzahlbereich. Der einstellbare Schraubblattwinkel wird am Boden angepasst und optimiert Schubcharakteristik für STOL-ähnliche Starts und kraftstoffsparenden Reiseflug.

Technische Daten im Überblick

Parameter Wert
Sitzplätze 2 (hintereinander)
Spannweite 6,40 m
Länge 5,00 m
Höhe 1,80 m
Flügelfläche 16,8 m²
Leergewicht 317 kg
Maximales Abfluggewicht 544 kg
Leistung 65–115 PS
Höchstgeschwindigkeit 195 km/h
Reisegeschwindigkeit 170 km/h
Mindestgeschwindigkeit (Stall) 55 km/h
Steigrate 4,0 m/s (mit 65 PS)
Dienstgipfelhöhe 3.500 m
Kraftstoffkapazität 75 l
Reichweite 850 km (mit Reserve)
Gurtungsbereich +4 / –2 g

Cockpit und Avionik

Instrumentierung

Das offene Tandem-Cockpit ist primär für Rundinstrumente ausgelegt. In der Standardausführung finden sich Höhenmesser, Fahrtmesser, Drehzahlmesser, Kompass und einfache Motoranzeigen. Moderne Avionikoptionen wie GPS-Navigation, Transponder und digitale Engine-Monitor-Systeme lassen sich problemlos nachrüsten.

Ergonomie und Sicherheit

Leichte, gepolsterte Sitze mit Vierpunktgurtsystem halten Insassen sicher im Flug. Der Einstieg erfolgt über abnehmbare Seitenteile, die gleichzeitig als Zugangsklappen dienen. Eine kleine Windschutzscheibe schützt vor Luftstößen und Vibrationen.

Flugleistungen

Start- und Landeeigenschaften

Dank geringem Flächenbelastungsverhältnis und hoher Auftriebsreserven genügen Startstrecken von unter 90 Metern. Sanfte Landungen sind bei 60–65 km/h möglich, das Flugzeug bleibt dabei stabil und agil.

Manövrierfähigkeit

Die direkte Steuerung und kurze Spannweite machen die Deuce äußerst wendig. Höhe und Tiefe werden präzise übertragen, sodass Kunstflugelemente im zulässigen Rahmen möglich sind.

Betrieb und Wartung

Wartungsintervalle

Inspektionschecks können von Amateurbauern selbst durchgeführt werden. Kleinere Sichtprüfungen werden alle 25 Flugstunden empfohlen, während umfassende Struktur- und Motorkontrollen alle 100 Stunden anfallen. Die Motoren haben TBO-Werte von 1.800 bis 2.000 Stunden.

Betriebskosten

Geringer Treibstoffverbrauch (ca. 18 l/h) und preiswerte Ersatzteile führen zu geschätzten Betriebskosten von 30–40 € pro Flugstunde. Das einfache Stahlrohr-und-Holz-Konzept reduziert außerdem Aufwände für Lackier- und Korrosionsschutz.

Varianten und Sonderausstattung

Deuce Standard

Basis-Kit mit Stahlrohrrahmen, Holz-Flügel, Continental A65 und Analog-Instrumenten.

Deuce Sport

Zusätzlicher O-235-Motor, verstärktes Fahrwerk und Wingtip-Verlängerungen für verbesserte STOL-Performance.

Deuce Retro

Äußeres Design im Patina-Look, offene Radverkleidungen und Holzelemente für nostalgisches Erscheinungsbild.

Optionale Extras: Funkgerät, Transponder, Ölheizung und elektronische Zündung.

Einsatzbereiche

Die Bakeng Deuce findet ihren Platz bei Freizeitrundflügen, Sportflugveranstaltungen und Flugshows. Ihre STOL-Fähigkeiten erlauben auch Flüge von kurzen Grasplätzen oder abgelegenen Feldern. Als Experimental-Flugzeug bietet sie Bauherren die volle Flexibilität bei Motorisierung und Avionik.

Zukunftsperspektiven

Mit stetig weiterentwickelten Kit-Paketen, neuen Verbundwerkstoffen und möglichen Hybrid-Antriebskonzepten bleibt die Deuce für Luftfahrtenthusiasten attraktiv. Anpassungen im Cockpit-Layout und moderne Fertigungstechniken werden künftig den Bauprozess beschleunigen und das Flugerlebnis weiter veredeln.

Bakeng Duce C-GPLL 01