USNS Matthew Perry (T-AKE-9)
Die USNS Matthew Perry (T-AKE-9) ist ein Versorgungsschiff der Lewis and Clark-Klasse in Dienst der United States Navy. Benannt nach dem US-Kapitän Matthew C. Perry, der 1853 Japan zur Öffnung seiner Häfen zwang, spielt dieses Mehrzweck-Versorgungsschiff eine zentrale Rolle in der Unterstützung globaler Marinestreitkräfte. Mit seiner Fähigkeit zur Ver- und Entsorgung über weite Entfernungen stärkt es nachhaltige Einsätze auf See.
Entwicklung und Einsatzhistorie
Planung und Bau
Die Lewis and Clark-Klasse wurde initiiert, um die veralteten Fast Combat Support Ships (AOE) und Combat Logistics Ships (T-AE) zu ersetzen. Die USNS Matthew Perry wurde bei General Dynamics NASSCO in San Diego gebaut. Die Kiellegung erfolgte im April 2007, der Stapellauf im Oktober 2008. Nach umfangreichen Seeversuchen erfolgte die Indienststellung im August 2009.
Operationen
Seit der Indienststellung hat die Matthew Perry weltweite Versorgungsmissionen unterstützt. Im Atlantik, Pazifik und Indischen Ozean lieferte sie Treibstoff, Munition und Vorräte an Flugzeugträger- und Zerstörerverbände. Auch humanitäre Einsätze, wie die Unterstützung bei Naturkatastrophen, gehören zu ihrem Einsatzprofil.
Design und Konstruktionsmerkmale
Abmessungen und Verdrängung
- Gesamtlänge: 207,3 Meter
- Rumpfbreite: 29,7 Meter
- Tiefgang: 11,9 Meter
- Verdrängung (voll beladen): ca. 40 700 Tonnen
Der Rumpf ist so ausgelegt, dass Stabilität, hohe Transportkapazitäten und eine geringe Signatur im Hinblick auf Radar-Setzung optimal vereinbart werden.
Antrieb und Leistung
- Diesel-elektrischer Antrieb mit vier Hauptmotoren
- Gesamtleistung: etwa 25 000 PS
- Zwei Wellen mit je einem Verstellpropeller
- Höchstgeschwindigkeit: 20 Knoten
- Reisegeschwindigkeit: 15 Knoten
Das Antriebskonzept kombiniert Effizienz und ausreichende Geschwindigkeit, um mit schnellen Kampfverbänden Schritt zu halten.
Lager- und Versorgungsinfrastruktur
Treibstoffkapazität
- Marine-Dieselöl (F76): ca. 7 600 Kubikmeter
- Flugturbinen-Kraftstoff (JP-5): ca. 5 300 Kubikmeter
Diese großen Tanks ermöglichen eine kontinuierliche Versorgungsleistung für mehrere Kriegsschiffe ohne erneute Hafenbesuche.
Vorrats- und Munitionslager
- Trockenladungen: ca. 1 500 Tonnen
- Gefrier- und Kühlgut: ca. 200 Tonnen
- Munition: Lagerräume für Großkaliber- und Kleinwaffenmunition
Flexible Lagereinheiten erlauben schnelle Umladungen durch Paletten-, Container- und zusammengesetzte Lademodi.
Ladungstransfersysteme
Replenishment at Sea (RAS)
- Vier RAS-Stationen für gleichzeitigen Transfer von Treibstoff und Versorgungsgütern
- Standardisierte spanische Bügel, Probe-Penndel und Wannenliftersysteme
- Hochleistungs-Pumpen für schnellen Kraftstofftransfer
Diese Systeme sichern schnelle, sichere und zuverlässige Logistikvorgänge, auch bei Seegang.
Helikopterunterstützung
- Flugdeck: Landungs- und Abflugzone für CH-46, CH-53, MH-60
- Hangar mit Wartungskapazitäten für bis zu zwei Hubschrauber
- Zusätzliche Vorratsvorrichtung für Luftbetankung (HELO-Refueling-Drogue)
Die Luftbetankung erweitert die Reichweite und Flexibilität von Unterstützungs- und Evakuierungsflügen.
Kommunikation und Navigation
Navigationseinrichtungen
- Integriertes Brückennavigationssystem (IBNS)
- GPS, GLONASS, Loran C als Backup
- Trägheitsnavigationssystem für präzise Positionsbestimmung
Kommunikationssysteme
- Satellitenkommunikation (INMARSAT, MUOS)
- VHF/UHF/SHF/HF-Funkgeräte
- Internes Datennetzwerk für Besatzung und Versorgungsteam
Ein umfassendes Netzwerk ermöglicht nahtlose Koordination mit Marineverbänden und Auftraggebern.
Besatzung und Lebensbedingungen
Personalstruktur
- Besatzungsmitglieder (MSC): ca. 120 Personen
- Wissenschaft- und Technik-Personal: variabel je nach Mission
Unterbringung und Annehmlichkeiten
- Kabinen mit Zwei- bis Vier-Bett-Belegung, eigene Sanitärräume
- Gemeinschaftsräume: Messe, Fitnessstudio, Bibliothek
- Krankenstation mit stationärer Behandlungskapazität
Komfort und Funktionalität unterstützen die Moral während langer Einsätze fernab der Heimat.
Sicherheit und Verteidigung
Selbstschutzsysteme
- Nixie-Torpedofänger
- Phalanx CIWS (Close-In Weapon System) für Nahbereichsabwehr
- Electronic Support Measures (ESM) zur frühzeitigen Bedrohungserkennung
Brandschutz und Schadensbegrenzung
- Automatische Feuerlöschanlagen in Maschinenräumen
- Brandmelde- und -löscheinrichtungen in Lagerräumen
- Redundante Pumpensysteme zur Wasserentnahme
Diese Vorkehrungen gewährleisten hohe Überlebensfähigkeit und Schadensminimierung im Ernstfall.
Leistungsdaten und Kennzahlen
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Aktionsradius | 14 000 Seemeilen bei 12 Knoten |
| Dauer ohne Nachschub | bis zu 90 Tage |
| Treibstoff-Transferrate | 1 000 Tonnen pro Stunde |
| Personalkapazität | max. 180 Personen |
| Helikopterbewegungen pro Tag | bis zu 20 Landungen |
Einsatzszenarien
Operationelle Unterstützung
Die Matthew Perry versorgt Kampfverbände bei Post-Deployment, unterstützt amphibische Einsätze und stellt Logistik für Übungen bereit.
Humanitäre Hilfe und Katastropheneinsätze
Bei Naturkatastrophen wie Wirbelstürmen oder Tsunamis liefert sie dringend benötigte Versorgungsgüter und medizintechnik, oft als erste maritime Unterstützung.
Ausblick und Modernisierungen
Geplante Modernisierungen umfassen verbesserte Brennstoffeffizienz durch Hybridantriebsoptionen, den Einbau eines erweiterten UAV-Decks und Upgrades der Cyberabwehrsysteme. Diese Maßnahmen sollen die Einsatzdauer verlängern und die maritime Reaktionsfähigkeit weiter steigern.