Die Blériot-SPAD S.34 ist ein französisches Passagier- und Transportflugzeug aus den frühen 1920er-Jahren, das von Blériot Aéronautique in Zusammenarbeit mit SPAD entwickelt wurde. Nach dem Erfolg der S.33 wurde die S.34 konzipiert, um die Kapazität zu erhöhen, die Stabilität zu verbessern und den Einsatz im zivilen Luftverkehr effizienter zu gestalten. Ziel war es, ein robustes und zuverlässiges Kurzstreckenflugzeug für Passagier- und Posttransporte zu schaffen, das auf den wachsenden innerfranzösischen und europäischen Luftverkehrsstrecken eingesetzt werden konnte.
Der Erstflug der S.34 fand 1922 statt. Das Flugzeug war als Hochdecker ausgelegt, wodurch die Passagiere eine gute Sicht hatten und die Maschine besonders stabil in der Luft war. Die S.34 wurde vor allem von Fluggesellschaften wie Compagnie des Messageries Aériennes und Air Union betrieben und diente auf Strecken wie Paris–Lille oder Paris–London.
Konstruktion und Aufbau
Die Blériot-SPAD S.34 ist ein einmotoriger Hochdecker mit geschlossener Passagierkabine. Der Rumpf besteht aus einem Holzkastenrahmen, der teilweise mit Sperrholz und Stoff bespannt ist, um eine robuste, aber leichte Struktur zu gewährleisten. Das Flugzeug ist für den sicheren Transport von vier bis sechs Passagieren ausgelegt.
Die Tragflächen sind aus Holz gefertigt und mit Stoff bespannt. Sie sind über Streben am Rumpf befestigt und durch Drahtverspannungen stabilisiert. Die größere Spannweite der oberen Tragfläche im Vergleich zur unteren erhöht den Auftrieb und verbessert die Stabilität. Das Fahrwerk ist fest, mit zwei Haupträdern und einem kleinen Hecksporn ausgestattet.
Die Steuerung erfolgt über konventionelle Seilzüge: Joystick für Querruder und Höhenruder, Pedale für das Seitenruder. Die Passagierkabine ist geschlossen, während der Pilot in einem offenen Cockpit vor der Kabine sitzt, um optimale Sicht auf Start, Landung und Flug zu gewährleisten.
Antrieb und Leistung
Die S.34 wird von einem wassergekühlten Reihenmotor angetrieben. Typische Motoren waren der Renault 12Fe mit 300 PS oder der Lorraine-Dietrich 12D V12-Motor. Die Motorisierung bietet eine gute Kombination aus Geschwindigkeit, Reichweite und Zuverlässigkeit, was für Passagierflüge auf kurzen und mittleren Strecken essenziell war.
Technische Daten der Blériot-SPAD S.34:
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Triebwerk: 1 × Renault 12Fe V12-Motor
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Leistung: 300 PS (220 kW)
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Höchstgeschwindigkeit: ca. 170 km/h
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Reisegeschwindigkeit: ca. 150 km/h
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Dienstgipfelhöhe: ca. 4.500 m
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Steigleistung: ca. 4,5 m/s
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Reichweite: ca. 600 km
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Startstrecke: ca. 250 m
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Landestrecke: ca. 220 m
Die Motorleistung ermöglichte nicht nur einen stabilen Reiseflug, sondern auch kurze Start- und Landestrecken, die für die damaligen Flugplätze von entscheidender Bedeutung waren.
Abmessungen und Gewicht
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Spannweite | 18,5 m |
| Länge | 11,5 m |
| Höhe | 4,0 m |
| Flügelfläche | 60 m² |
| Leermasse | ca. 1.250 kg |
| Maximales Startgewicht | ca. 2.100 kg |
| Besatzung | 1 Pilot |
| Passagierkapazität | 4–6 Personen |
Die großzügige Spannweite und die moderate Flächenbelastung sorgen für hohe Stabilität und sanfte Flugeigenschaften, selbst bei voller Passagierbesetzung.
Kabine und Avionik
Die Passagierkabine ist geschlossen, komfortabel und funktional eingerichtet, mit Fenstern auf beiden Seiten für gute Sicht. Die Sitze sind in Reihe angeordnet und bieten ausreichend Platz für Passagiere und Handgepäck. Die Kabine ist gut belüftet und ermöglicht einen angenehmen Flugkomfort.
Die Avionik besteht aus mechanischen Instrumenten für Geschwindigkeit, Höhe, Steig- und Sinkgeschwindigkeit sowie Motordrehzahl. Navigation erfolgte überwiegend über Sichtflug, Kartenlesen und rudimentäre Funktechnik bei späteren Einsätzen.
Flugleistungen und Handling
Die Blériot-SPAD S.34 zeichnet sich durch stabiles Flugverhalten, geringe Anfälligkeit für Strömungsabrisse und vorhersehbare Kurvenreaktionen aus. Das Flugzeug ist leicht zu steuern, auch bei unterschiedlichen Wetterbedingungen, und ermöglicht sichere Starts und Landungen auf kleinen oder unbefestigten Flugplätzen.
Die Maschine eignet sich sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Piloten und ist besonders zuverlässig für Passagier- und Postflüge auf kurzen Strecken. Die robuste Bauweise und der leistungsfähige Motor sorgen für zusätzliche Sicherheit bei eventuellen Motorproblemen oder Turbulenzen.
Variantenübersicht
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Blériot-SPAD S.34 Standard: Grundversion mit Renault 12Fe-Motor, geeignet für Kurzstreckenpassagierflüge.
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S.34bis: Version mit stärkerem Lorraine-Dietrich 12D-Motor für höhere Geschwindigkeit und verbesserte Steigleistung.
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S.34C: Modifizierte Version mit optimierter Kabinenanordnung und leichteren Tragflächen zur Effizienzsteigerung.
Die Varianten unterschieden sich hauptsächlich durch Motorisierung, Kabinenkapazität und leichte aerodynamische Verbesserungen.
Technische Besonderheiten
Besonders hervorzuheben ist die Kombination aus Hochdeckerbauweise, robustem Holz- und Stoffrumpf und leistungsfähigem V12-Motor. Die S.34 ermöglichte stabile Flüge bei unterschiedlicher Beladung und bot Sicherheit durch lange Reichweite und zuverlässige Motorleistung.
Die geschlossene Kabine war für die damalige Zeit innovativ und bot Passagieren Komfort und Wetterschutz. Gleichzeitig blieb die Maschine einfach zu warten, was für den kommerziellen Einsatz entscheidend war.
Bedeutung und Nachwirkung
Die Blériot-SPAD S.34 gilt als eines der ersten kommerziell erfolgreichen Kurzstreckenflugzeuge in Frankreich. Sie bildete die Basis für die Entwicklung moderner Passagierflugzeuge und trug entscheidend zur Etablierung des zivilen Luftverkehrs in Europa bei.