USS Oklahoma (SSN-802)

Die USS Oklahoma (SSN-802) ist ein künftiges nuklearbetriebenes Angriffsubmarine der Virginia‑Klasse der US-Marinen. Es handelt sich um das erste Boot der sogenannten Block-V-Serie und stellt gleichzeitig das erste U-Boot dar, das den Namen „Oklahoma“ trägt. Der Name wurde offiziell am 24. Dezember 2019 bekanntgegeben.

Der Stapellauf bzw. die Kiellegung erfolgte am 2. August 2023 bei der Werft Newport News Shipbuilding (Teil von Huntington Ingalls Industries, HII) in Newport News, Virginia.

Das U-Boot ist als modernes Mehrzweck-Angriffsubmarine konzipiert: Es soll hohe Stealth- und Überlebensfähigkeit aufweisen, Tiefsee- und Küsteneinsätze beherrschen, Anti-Schiff- und Anti-U-Boot-Waffen tragen, Marschflugkörper einsetzen, Spezialkräfte transportieren und Spezialoperationen unterstützen können.

Technische Daten & grundlegende Konstruktion

Die USS Oklahoma hat eine Gesamtlänge von etwa 377 Fuß (114,8 Meter). Die Breite (Hull-Beam) beträgt ca. 34 Fuß (etwa 10,4 Meter).  Der Tiefgang liegt typischerweise bei rund 32 Fuß (etwa 9,8–10 Meter).

Die Verdrängung bei Eintauchen wird mit etwa 7.800 Tonnen angegeben, was für U-Boote der Virginia-Klasse charakteristisch ist. Der Rumpf ist auf maximale Submersions- und Überlebensfähigkeit ausgelegt, mit entsprechender Stahlkonstruktion, Geräuschdämmung und stromlinienförmigem Profil für reduzierte akustische Signatur. Die Bauweise folgt dem modularen Konzept der Virginia-Klasse, das Wartung, Upgrades und flexible Systemintegration ermöglicht.

Antrieb, Leistung und Taucheigenschaften

Als Antriebsquelle dient ein nuklearer Druckwasserreaktor des Typs S9G reactor, der über einen Propeller (oder Pumpjet-Propulsor) eine Welle antreibt — der klassische Antrieb für moderne U-Boote der US-Navy.

Unter Wasser erreicht die Oklahoma eine Geschwindigkeit von über 25 Knoten; in einigen Quellen werden bis zu 30+ Knoten genannt.  Über Wasser liegt die Geschwindigkeit geringer, typischerweise bei etwa 15 Knoten.

Die Tauchtiefe der USS Oklahoma beträgt offiziell mindestens 800 Fuß (etwa 244 Meter) für den regulären Einsatz — mit weitaus größerer Sicherheitstiefe, je nach Klassifizierung.

Der modulare Aufbau und das moderne Design erlauben den Betrieb in Küstenregionen („littoral“) ebenso gut wie in tiefem Ozean, was die Einsatzflexibilität deutlich erhöht.

Bewaffnung, Kampfsysteme und Mehrzweckausstattung

Die Bewaffnung der USS Oklahoma umfasst mehrere Waffenplattformen und flexible Systeme — typisch für die Vielseitigkeit der Virginia-Klasse:

  • Das Boot besitzt vier Torpedorohre mit 21 Zoll (ca. 533 mm), über die unter anderem schwere Torpedos des Typs Mk-48 ADCAP abgefeuert werden können.
  • Darüber hinaus kann das U-Boot Marschflugkörper, etwa BGM-109 Tomahawk, einsetzen. Zwar enthält die Block-V-Version der Virginia-Klasse normalerweise eine zusätzliche Sektion, das sogenannte Virginia Payload Module (VPM), die die Schlagkraft stark erhöht — allerdings wird ausdrücklich angegeben, dass die Oklahoma (SSN-802) nicht mit diesem Modul ausgerüstet wird.
  • Neben direkten Angriffsaufgaben dient das Boot auch Spezialkräften: Die Virginia-Klasse ist ausgelegt für Einsätze mit Spezialeinheiten (z. B. Übergabe von SEAL-Teams), Mineneinsätze, Aufklärung und Unterstützungsaufgaben. Dafür existieren an Bord entsprechende Einrichtungen wie ein Lockout-Trunk für Taucher und eine umkonfigurierbare Torpedoraum-Konfiguration, um Ausrüstung und Personal für Spezialoperationen unterbringen zu können.
  • Sensorik und elektronische Systeme — u.a. moderne Sonarsysteme (aktive/passive Arrays, Towed-Array-Sonarsysteme, elektronische Aufklärung) sowie digitale Überwachungs- und Kommunikationsanlagen — ermöglichen Überwachung, Aufklärung, Anti-Submarine-Warfare und situative Informationsgewinnung. Die Virginia-Klasse verzichtet auf traditionelle Periskope und nutzt stattdessen Photonik-Masten mit sichtbaren und infraroten Kameras; die Kommandozentrale liegt tiefer im Rumpf mit verbesserter Raumaufteilung.

Durch diese Kombination aus Bewaffnung, Sensorik, Spezialkräfte-Optionen und modularer Bauweise wird die USS Oklahoma zu einem echten Mehrzweck-Plattformschiff — flexibel einsetzbar, anpassbar und auf lange Lebensdauer ausgelegt.

Rolle und Einsatzspektrum

Mit der USS Oklahoma erweitert die US-Navy ihre Flotte um ein U-Boot, das in nahezu allen denkbaren Unterwasser- und Küstenoperationen einsetzbar ist: Anti-U-Boot-Krieg, Aufklärung, Angriff auf Seeziele und Landziele, Unterstützung und Transport von Spezialkräften, Minenoperationen und elektronische Kriegsführung.

Gerade durch den Verzicht auf das VPM-Modul bleibt das Boot eher kompakt und agil — was ihm Vorteile bei Stealth-Operationen und Einsätzen in flacheren, schwer vorhersehbaren Gewässern verschafft. Gleichzeitig bleibt Spielraum für Upgrades und Anpassungen durch modulare Architektur und „offene Systeme“.

Zudem unterstreicht die Namensgebung — nach dem US-Bundesstaat Oklahoma — und die enge Verbindung zur Tradition der US-Navy die symbolische Bedeutung des Bootes: Es soll das Erbe früherer Schiffe mit diesem Namen fortführen und die maritime Schlagkraft und Flexibilität der Flotte sichern.

Status & Perspektive

Der Bau der USS Oklahoma befindet sich derzeit aktiv in der Bauphase — mit der Kiellegung 2023 hat das Projekt einen wichtigen Meilenstein erreicht. Die Indienststellung ist für einige Jahre nach der Kiellegung geplant; das Boot wird damit Teil der neuesten Generation von US-Navy U-Booten werden. Die Virginia-Klasse ist auf eine langfristige Einsatzdauer ausgelegt und wird voraussichtlich die älteren Los Angeles-Klassen U-Boote ersetzen. (Navy)

Die Kombination aus modernster Technik, modularer Bauweise und vielseitigem Einsatzprofil macht aus der USS Oklahoma SSN-802 ein hochmodernes und strategisch wertvolles Element der maritimen Verteidigungs- und Angriffsflotte der Vereinigten Staaten.

 

US Virginia-class submarine underway in Groton, Connecticut, July 2004