Motorcodes Fiat Barchetta

Motorcodes Fiat Barchetta

Motorcodes der Fiat Barchetta (Typ 183)

Die Fiat Barchetta wurde von 1995 bis 2005 ausschließlich mit einem 1,8-Liter-Vierzylinder-Motor ausgeliefert. Im Laufe der Baureihe erhielt dieses Triebwerk drei unterschiedliche interne Motorcodes, die jeweils Änderungen an Emissionsverhalten, Ansaug­führung und Steuerung widerspiegeln. Nachfolgend sind alle üblichen Motorcodes mit den wichtigsten technischen Details aufgelistet.

1. Motorcode 183A1.000 (M1)

Technische Eckdaten

  • Hubraum: 1 747 cm³
  • Leistung: 96 kW (131 PS) bei 6 700 /min
  • Drehmoment: 162 Nm bei 4 500 /min
  • Ventiltrieb: DOHC, 16 Ventile
  • Bohrung × Hub: 82 × 82,7 mm
  • Verdichtung: 9,8 : 1
  • Kraftstoff­system: Multipoint-Einspritzung (MPI)
  • Getriebe: 5-Gang-Schaltung

Merkmale

  • Serienstart ab Mai 1995
  • klassische Ausführung ohne variabler Ansaug­krümmer
  • Fahrgestellnummern bis ca. 37639
  • Emissionsnorm: Euro 2

2. Motorcode 183A10.000 (Step A)

Technische Eckdaten

  • Hubraum: 1 747 cm³
  • Leistung: 96 kW (131 PS) bei 6 700 /min
  • Drehmoment: 162 Nm bei 4 500 /min
  • Ventiltrieb: DOHC, 16 Ventile
  • Bohrung × Hub: 82 × 82,7 mm
  • Verdichtung: 9,8 : 1
  • Kraftstoff­system: Multipoint-Einspritzung (MPI)
  • Getriebe: 5-Gang-Schaltung

Merkmale

  • Facelift-Anpassung ab Mai 1998
  • überarbeitete Zylinder­kopf­dichtung und Ansaugkanal­geometrie
  • erweiterter Drehzahlbereich, leicht verbesserte Gasannahme
  • Fahrgestellnummern 37640 bis ca. 51196
  • Emissions­optimiert für Euro 3

3. Motorcode 188A6000 (M2)

Technische Eckdaten

  • Hubraum: 1 747 cm³
  • Leistung: 96 kW (131 PS) bei 6 700 /min
  • Drehmoment: 162 Nm bei 4 500 /min
  • Ventiltrieb: DOHC, 16 Ventile
  • Bohrung × Hub: 82 × 82,7 mm
  • Verdichtung: 9,8 : 1
  • Kraftstoff­system: Multipoint-Einspritzung (MPI)
  • Getriebe: 5-Gang-Schaltung

Merkmale

  • Letzte Weiterentwicklung ab Anfang 2001
  • neu abgestimmte Nockenwellen und variable Ansaugkrümmer­klappen
  • verbesserte Laufkultur im unteren Drehzahlbereich
  • Fahrgestellnummern ab ca. 51197 bis Produktionsende 2005
  • weiterhin Euro 3, aber bessere Abgasrückführung

Besondere Katalog- und Ersatzteilcodes

Neben den drei regulären Motorcodes tauchen in Fiat-Ersatzteilkatalogen mitunter zusätzliche Kürzel auf. Sie dienen meist der Identifikation in bestimmten Märkten oder bei Zulieferern:

  • Code 18 bzw. 1816V – vereinzelt in britischen und skandinavischen Katalogen für den standard-1.8 l-Motor
  • Code C5105, FWD oder MC – interne Fiat-Zulieferercodes, keine eigenständigen Motorvarianten
  • Code 836A3000 – in seltenen Fällen für Importmodelle mit modifizierter Motorelektronik

Diese Bezeichnungen überschneiden sich in Hubraum und Leistung mit den oben aufgelisteten Hauptcodes und haben keine abweichenden technischen Spezifikationen.

Fiat Barchetta

Design und Entwicklung

Die Fiat Barchetta feierte ihre Premiere im Mai 1995 und verkörperte das klassische Roadster-Konzept mit modernem italienischem Flair. Die Karosserie entwarf der Designer Andreas Zapatinas in Zusammenarbeit mit Carlo Gaino, der zuvor an der Fiat Coupé beteiligt war. Mit ihrem abgerundeten Heck, den weit ausgestellten Radläufen und der fließenden Seitenlinie erinnert sie an die legendären Sportwagen der 1960er-Jahre. Trotz retroinspirierter Form wirkt die Barchetta durch klare Flächen und scharfe Konturen zeitgemäß. In ihrer neunjährigen Produktionszeit blieb das Design weitgehend unverändert und gewann Kultstatus unter Roadster-Fans.

Exterieur

Die Außenhaut besteht aus verzinktem Stahl, um Rostbildung vorzubeugen, und zeigt klassische Proportionen ohne Überbauten. Die schmale Frontpartie mit ovalen Scheinwerfern und einem keilförmigen Kühlergrill strahlt Dynamik aus. Große Räder mit Sichtkontakt zu den Radkästen betonen die Sportlichkeit, wobei Serienräder in 15 und optional 16 Zoll verfügbar waren. Verdeck und Windschott kombinieren Funktionalität mit Ästhetik: Das manuell zu bedienende Stoffdach lässt sich vollständig versenken und schützt bei Bedarf zuverlässig vor Witterungseinflüssen. Farblich reichte die Palette von klassischen Metallictönen bis zu knalligen Sonderfolierungen.

Interieur und Abmessungen

Der Innenraum bietet zwei Personen dank kurzer Schaltwege und kompakter Ergonomie ein intensives Fahrerlebnis. Sportsitze mit Seitenwangen sind serienmäßig, optional gab es Lederausstattung und elektrische Sitzverstellung. Die Instrumententafel ordnet alle Anzeigen direkt vor dem Fahrer an, inklusive eines zentralen Drehzahlmessers und Drehzahlganganzeige. Mit einer Gesamtlänge von 3 970 mm, einer Breite von 1 745 mm und einem Radstand von 2 340 mm bleibt der Innenraum eher kokonhaft, bietet dafür aber ein unmittelbares Fahrgefühl. Der Kofferraum fasst 140 Liter und eignet sich für leichte Gepäckstücke.

Antrieb und Leistung

Motorvarianten

Der 1,8-Liter-Vierzylinder­motor ist das Herzstück der Barchetta und wurde in drei internen Motorcodes geführt:

183A1.000 (M1): Serienmotor von 1995 bis 1998 mit 1 747 cm³ Hubraum, 131 PS bei 6 700 /min und einem maximalen Drehmoment von 162 Nm bei 4 500 /min. Verdichtung 9,8:1, DOHC 16 Ventile und Multipoint-Einspritzung garantieren einen lebhaften Drehmomentverlauf.

183A10.000 (Step A): Ab Mai 1998 überarbeitete Zylinderkopf­dichtung und Ansauggehäuse; Leistung und Drehmoment bleiben identisch, der Fühlcharakter des Motors wirkt jedoch spritziger im oberen Drehzahlbereich.

188A6000 (M2): Ab Anfang 2001 mit variablen Ansaug­krümmer­klappen und angepassten Nockenwellen. Die Laufkultur im unteren Drehzahlbereich verbessert sich deutlich, ohne dass Leistung und Drehmoment verändert wurden.

Getriebe und Antrieb

Die Fiat Barchetta nutzt ein handgeschaltetes 5-Gang-Getriebe mit kurzen Schaltwegen. Die Übersetzungen sind sportlich abgestimmt, um das volle Potenzial des hochdrehenden Motors auszuschöpfen. Der Frontmotor treibt ausschließlich die Vorderräder an, was eine direkte Lenkreaktion und präzise Rückmeldung gewährleistet. Das sperrige Differential erlaubt bei Bedarf kontrollierte Drifts, die bei geübten Fahrern zur spielerischen Einschätzung von Grenzbereichen einlädt.

Fahrleistungen

Mit einem Leergewicht von etwa 1 230 kg beschleunigt die Barchetta in 8,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei rund 204 km/h. Dieses Leistungsniveau verleiht dem Roadster eine lebhafte Agilität in Kurven und auf Landstraßen, ohne in den Grenzbereich eines reinen Sportwagens überzugehen. Dank hoher Lenkübersetzung reagiert die Barchetta spontan auf jede Fahrerbewegung.

Fahrwerk und Handling

Federung und Bremsen

Vorn arbeitet eine Einzelradaufhängung mit MacPherson-Federbeinen, hinten kommt eine Verbundlenkerachse zum Einsatz. Diese Kombination sorgt für eine ausgewogene Balance aus Komfort und Präzision. Stabilisatoren verringern Wankbewegungen, während abgestimmte Dämpfer für kontrolliertes Einfedern sorgen. Vier Scheibenbremsen – vorne innenbelüftet – bieten eine starke Verzögerung und sorgen für kalkulierbare Bremswege.

Lenkung und Räder

Die Zahnstangenlenkung besitzt ein direktes Übersetzungsverhältnis und minimalen Servounterstützungsanteil, um ein detailliertes Feedback ins Lenkrad zu übertragen. Serienmäßig rollt die Barchetta auf Reifen im Format 195/55 R15, optional auf 205/50 R16. Leichtmetallfelgen unterstreichen das sportliche Design und reduzieren ungefedertes Gewicht für ein noch agileres Einlenkverhalten.

Produktionsphasen und Modellpflege

Vor-Facelift (1995–1998)

In dieser Periode etablierte sich die Barchetta als ehrlicher, puristischer Roadster ohne große Elektronik. Die Ausstattung blieb bewusst übersichtlich, um den Fokus aufs Fahren zu lenken. Die Emissionsnorm Euro 2 wurde erfüllt und internationale Märkte mit leichten Anpassungen versorgt.

Facelift (1998–2001)

Mit dem Modelljahr 1998 führte Fiat technische Detailverbesserungen ein. Die Ansaugkrümmerkanäle wurden modifiziert, der Zylinderkopf erhielt optimierte Dichtungen. Extern erhielten Stoßfänger leichte Konturänderungen und Nebelscheinwerfer als Serienausstattung. Die Emissionsnorm Euro 3 wurde ab Werk eingehalten.

Spätproduktion (2001–2005)

Ab 2001 erhielt der 1.8-Motor variable Ansaugklappen und neue Nockenwellenprofile (Motorcode 188A6000). Die Innenraumqualität stieg durch besser ergonomische Schalter und weichere Verkleidungspaneele. Optisch blieb die Karosserie unverändert, mechanisch sorgte eine überarbeitete Abgas­rückführung für geringere Partikel- und NOx-Emissionen.

Ausstattung und Extras

Serienausstattung

Zur Standardausstattung zählen Sportsitze, elektrische Fensterheber, elektrische Spiegelverstellung und ein höhenverstellbares Lenkrad. Die manuelle Klimaanlage sorgt für angenehme Belüftung, während das Audiosystem mit mittlerer Leistung und CD-Player für Entertainment unterwegs sorgt. Sicherheitsfeatures umfassen Fahrer- und Beifahrerairbags sowie ABS.

Sonderausstattungen

Fiat bot eine Lederausstattung mit farblich abgestimmten Dekorleisten, einen Verdeckhimmel in Kontrastfarben sowie ein Sportlenkrad mit Aluminium-Applikationen an. Optional verfügte die Barchetta über eine Schaltwegverkürzung, eine Traktionskontrolle und ein absenkbares Windschott mit zusätzlichem Nackenschutz.

Technische Abmessungen und Gewichte

Das Fahrzeug misst 3 970 mm in der Länge, 1 745 mm in der Breite und 1 281 mm in der Höhe. Der Radstand beträgt 2 340 mm, die Vorder- und Hinterspur jeweils 1 430 mm. Das Leergewicht liegt bei 1 230 kg, die Zuladung bei 300 kg. Der Wendekreis fällt mit 10,8 Meter recht gering aus, was enge Kurven und Parkmanöver erleichtert.

Vermächtnis und Sammlerwert

Obwohl nur rund 57 700 Exemplare gebaut wurden, genießt die Barchetta heute Kultstatus. Ihr puristischer Roadstercharakter und das ausgereifte Fahrwerk begeistern Enthusiasten. Modelle in Originalzustand, insbesondere mit seltener Lackierung oder Lederausstattung, erzielen steigende Sammlerpreise. Zahlreiche Clubs und Treffen weltweit zeugen von der lebendigen Community rund um dieses italienische Roadsterjuwel.

2007-04-28 (1) Fiat, Bj. 1997 (bearb)