Fehlfunktionen Renault Laguna
Hier ist eine Liste häufiger und bekannter Fehler, aufgeteilt nach Baureihe, mit Details:
🧩 Allgemeine Schwachstellen (alle Generationen)
- Elektronikprobleme
Viele Renault-Modelle, besonders der Laguna, haben berüchtigte Elektronikmacken:- Zentrale Bordelektronik (BCM) fällt teilweise oder komplett aus
- Fehlermeldungen ohne realen Hintergrund („Airbag prüfen“, „ESP defekt“, etc.)
- Zentralverriegelung oder Fensterheber reagieren nicht zuverlässig
- Anfällige Keycard (Schlüsselkarte)
- Wird leicht defekt
- Probleme beim Starten oder Türöffnen
- Austausch teuer (Originalteil)
🚗 Renault Laguna II (2001–2007) – besonders problembehaftet
1. Zündschloss & Keycard-Probleme
- Keycard wird vom Schlitz nicht erkannt
- Starten manchmal nicht möglich
- Häufiger Austausch nötig
2. Elektronik & CAN-Bus-Probleme
- Spontane Fehleranzeigen
- Zentralverriegelung spinnt
- Lichtmaschine oder Steuergerät erzeugt sporadische Ausfälle
- Fahrzeugsysteme „kommunizieren“ nicht mehr richtig → Totalausfall möglich
3. Getriebeprobleme (Automatikgetriebe)
- AL4-Getriebe (Viergang-Automatik) oft ruckelig
- Probleme bei Gangwahl oder „Notlaufmodus“
- Hoher Verschleiß nach ca. 120.000 km
4. Turboschäden (Dieselmodelle)
- Besonders bei 1.9 dCi (120 PS) – Überdrehen, Lagerschäden
- Turbo stirbt oft schon <150.000 km
- Ursachen: mangelnde Schmierung, verschmutztes Öl
5. Antriebswellen & Fahrwerk
- Klappern beim Lenken (Antriebswellen-Gelenke)
- Querlenker verschleißen schnell
- Stoßdämpfer und Lager vorn oft früh defekt
6. Heckklappe & Dichtungen
- Wassereintritt über Rückleuchten oder Heckklappendichtung
- Korrosion an Heckklappe oder Kofferraumboden
7. Partikelfilter & AGR-Ventil (Diesel)
- AGR-Ventil setzt sich zu → Leistungsverlust, Notlauf
- Partikelfilter verstopft → hohe Regenerationskosten
🛠️ Laguna III (2007–2015) – deutlich verbessert, aber nicht fehlerfrei
1. Kupplung/Zweimassenschwungrad (Dieselmodelle)
- Rasseln, Vibrationen
- Austausch oft schon <150.000 km nötig
2. Motorlager & Getriebelager
- Gummis reißen → Klappern beim Schalten oder Lastwechsel
- Besonders bei dCi-Motoren
3. Fensterheber & Türmechanik
- Fensterhebermotoren fallen aus
- Türgriffe brechen innen, schwer zu reparieren
4. Sporadische Softwarefehler
- R-Link/Navigationssystem hängt sich auf
- Rückfahrkamera schwarz oder fehlerhaft
🛡️ Tipp beim Gebrauchtkauf
- Auf vollständiges Scheckheft bestehen (Ölwechsel & Zahnriemen!)
- Schlüsselkarte + Ersatzkarte prüfen
- Unbedingt Probefahrt mit warmem Motor & Check auf Fehlermeldungen
- Bei Automatik: Gangwechsel testen, kein Ruckeln!
Renault Laguna als Gebrauchtwagen
Renault Laguna als Gebrauchtwagen: Charme mit kleinen Tücken
Der Renault Laguna zählt zu den eher unterschätzten Vertretern der Mittelklasse. Elegant im Design, komfortabel im Alltag und mit französischem Flair ausgestattet, bietet er auf dem Papier vieles, was Autokäufer suchen – doch bei der Gebrauchtwagenwahl lohnt sich ein zweiter Blick.
Design und Charakter: Mehr als nur französische Extravaganz
Schon beim ersten Anblick fällt auf: Der Laguna will kein kantiger Dienstwagen sein, sondern ein Mittelklassemodell mit Stil. Besonders die zweite Generation (Laguna II, ab 2001) setzte auf ein stromlinienförmiges Design und innen auf futuristische Eleganz – inklusive Keycard statt Zündschlüssel, digitaler Anzeigen und edlen Materialien.
Der Nachfolger, Laguna III (ab 2007), wurde dann deutlich solider und schnörkelloser gestaltet. Der Fokus lag auf Qualität und Langlebigkeit – mit Erfolg.
Platzangebot und Komfort: Ein Franzose zum Reisen
Im Innenraum punktet der Laguna mit bequemen Sitzen, gutem Raumgefühl und angenehmem Fahrkomfort. Selbst längere Strecken werden durch eine gut abgestimmte Federung und ein ruhiges Fahrverhalten zum entspannten Erlebnis. In der Kombiversion („Grandtour“) wird der Laguna sogar zum Platzwunder – perfekt für Familien, Vielfahrer oder alle, die regelmäßig viel transportieren müssen.
Motoren: Sparsam, aber mit Fallstricken
Besonders beliebt auf dem Gebrauchtmarkt sind die Dieselmodelle – etwa der 1.5 dCi, 1.9 dCi und der kräftigere 2.0 dCi. Sie bieten ausreichend Durchzug bei akzeptablem Verbrauch. Doch gerade die frühen 1.9 dCi-Modelle der zweiten Generation gelten als anfällig für Turboschäden, Injektorprobleme und verstopfte AGR-Ventile.
Bei den Benzinern ist der 2.0 16V eine solide Wahl, während V6-Modelle zwar kraftvoll, aber wartungsintensiv sind.
Typische Schwachstellen: Elektronikdrama und Getriebefrust
Was den Laguna II berühmt-berüchtigt machte, sind seine Elektronikprobleme. Ausfälle im CAN-Bus, fehlerhafte Fehlermeldungen, streikende Fensterheber und versagende Schlüsselkarte sind keine Seltenheit. Auch das Automatikgetriebe (vor allem das AL4) neigt zu vorzeitigem Verschleiß.
Beim Laguna III wurden diese Probleme weitgehend ausgemerzt. Die Verarbeitung ist solider, die Elektronik stabiler. Dennoch sollte man beim Kauf auf rasselnde Kupplungen, defekte Türgriffe und gelegentlich streikende Multimedia-Systeme achten.
Worauf beim Kauf achten?
Ein kritischer Blick auf das Wartungsheft ist Pflicht. Regelmäßige Ölwechsel (gerade bei Dieseln!) und ein rechtzeitig erneuerter Zahnriemen sind Gold wert. Eine Probefahrt sollte nicht nur zum Test des Fahrverhaltens dienen, sondern auch um Elektronik und Getriebe auf Herz und Nieren zu prüfen.
Wichtig ist außerdem: Die Keycard prüfen! Ein defekter Ersatz kann schnell teuer werden.
Fazit: Mut wird (meist) belohnt
Der Renault Laguna ist kein Fahrzeug für Technikmuffel oder notorische Pechvögel. Doch wer ein gut gepflegtes Exemplar findet – am besten aus späteren Baujahren – erhält viel Auto fürs Geld: komfortabel, stilvoll und mit einem Hauch französischer Individualität. Und das zu einem Preis, der weit unter dem vergleichbarer deutscher Mittelklassemodelle liegt.
Für Schrauber, Frankreich-Fans oder einfach preisbewusste Käufer mit Sinn für Charakter ist der Laguna definitiv eine Probefahrt wert.