Burg Stolberg

Burg Stolberg

Burg Stolberg erhebt sich majestätisch auf einem schroffen Felsen oberhalb der gleichnamigen Fachwerkstadt im Harzvorland. Die frühmittelalterliche Höhenburg prägt seit dem 12. Jahrhundert das Stadtbild und bietet heute Besuchern einen faszinierenden Einblick in die wechselvolle Geschichte der Region. Mit ihren zinnenbekrönten Mauern, dem mächtigen Bergfried und den weitläufigen Burghöfen lädt Stolberg zum Entdecken und Verweilen ein.

Geschichte der Burg Stolberg

Mittelalterliche Ursprünge

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Burg Stolberg im Jahr 1220, als sie den Grafen von Hohnstein als Herrschaftszentrum diente. Die strategische Lage auf einem isolierten Basaltkegel erlaubte eine lückenlose Überwachung der Handelsstraßen zwischen Goslar und Nordhausen. In dieser Gründungsphase entstanden der mächtige Wohnturm und die ersten Befestigungsanlagen.

Blütezeit und Territorialmacht

Im 14. und 15. Jahrhundert gelangte die Burg unter die Kontrolle der Stolberger Grafen, die ihren Einfluss deutlich ausweiteten. Palas und Bergfried wurden zu repräsentativen Wohn- und Wehrbauten ausgebaut, während landwirtschaftliche Höfe und Mühlen im Tal den Unterhalt der Burg sicherten. Die Blütezeit endete mit Erbteilungen und Machtkämpfen, die Festungsbau und Verwaltung nachhaltig prägten.

Zerstörungen und Wiederaufbau

Im Dreißigjährigen Krieg blieb die Anlage weitgehend unversehrt, doch ein verheerender Brand 1939 zerstörte weite Teile von Palas und Wirtschaftsgebäuden. In den 1950er Jahren begann eine behutsame Restaurierung, bei der historische Bausubstanz rekonstruiert und moderne Museumsbereiche integriert wurden. Heute präsentiert sich Stolberg als lebendiges Denkmal.

Architektur und Anlage

Palas und Bergfried

Der zweigeschossige Palas mit seinen spätgotischen Fenstern diente einst als Wohn- und Repräsentationsbau. Darunter schmiegt sich der Bergfried, dessen quadratischer Grundriss und 28 Meter Höhe ihn zur markanten Landmarke formen. Aufstiegstreppen und Ausgucke im obersten Geschoss erlauben einen atemberaubenden Rundblick über das Selketal.

Ringmauer und Toranlage

Die umlaufende Ringmauer mit Zinnenkranz umschließt das Burgplateau und ist an strategischen Punkten durch Schießscharten und Brustwehren verstärkt. Das Haupttor mit Zugbrücke und Fallgatter bildet den ehemaligen Haupteingang. Auf der Innenseite erschließt ein Wehrgang die Verteidigungsstufen von Torbau, Zwinger und Palas.

Burghof, Kapelle und Nebengebäude

Im inneren Burghof reihen sich restaurierte Fachwerkhäuser, Remisen und Stallungen aneinander. Eine kleine Burgkapelle mit romanischen Rundbogenfenstern ist heute Teil der Burgführung. Gewölbekeller und historische Vorratskammern vermitteln Einblicke in die Versorgung der Burg im Mittelalter.

Burgmuseum und Veranstaltungen

Burgmuseum Stolberg

In den historischen Sälen des Palas zeigt das Burgmuseum Ausstellungsstücke von der Ur- und Frühgeschichte bis zur Neuzeit. Handschriftliche Urkunden, Rüstungen und Fundstücke aus dem Harzraum dokumentieren das Alltags- und Herrscherleben auf stolzen Höhen. Thematische Kurzführungen vertiefen Aspekte wie mittelalterliches Handwerk oder die Geschichte der Stolberger Grafen.

Mittelaltermarkt und Kulturprogramme

Alljährlich im Juni verwandelt sich die Burg in eine mittelalterliche Festarena. Gaukler, Ritterturniere und Handwerksstände beleben das Plateau, während die Altstadt mit Musik, Gaukelei und Spektakeln korrespondiert. Konzerte historischer Musik, Lesungen unter freiem Himmel und Theateraufführungen in der Kapelle ergänzen das Kulturprogramm.

Sonderführungen und Familienangebote

Kindergruppen und Schulklassen erleben Burg Stolberg mit interaktiven Mitmach-Stationen: Bogenschießen, Wappenmalerei oder eine Schatzsuche durch die Gewölbekeller. Spezielle Themenabende wie „Ritterliches Gelage“ oder „Nachtwächterführung“ machen die Burggeschichte lebendig und abwechslungsreich.

Wege zum Burgberg

Mit dem Auto

  • A36 Ausfahrt Nordhausen nehmen, dann der B242 Richtung Stolberg folgen.
  • In Stolberg auf die L100 in Richtung Zethlingen abbiegen und den braunen Schildern „Burg Stolberg“ folgen.
  • Parkmöglichkeiten gibt es am Parkplatz Altstadt (gebührenpflichtig). Von dort führt ein ausgeschilderter Fußweg direkt hinauf.

Öffentliche Verkehrsmittel

  • Mit der Regionalbahn RB75 (Harz-Berlin-Express) bis Haltepunkt Stolberg (Harz).
  • Vom Bahnhof führt die Buslinie 840 bis zur Haltestelle „Stolberg, Postplatz“.
  • Alternativ 10 Minuten Fußweg durch die historische Altstadt: Hinweisschilder und Pflastermarkierungen leiten zum Burgaufgang.

Zu Fuß vom Altstadtparkplatz

Der steile Fußweg beginnt am Brunnenplatz und schlängelt sich durch enge Gassen mit Fachwerkhäusern hinauf zum Burgberg. Treppenstufen und schattige Lindenabschnitte erleichtern den Aufstieg. Oben erwartet ein Torbogen den Besucher und eröffnet den Blick ins Burgtor.

Tipps für den Besuch

  • Planen Sie 2–3 Stunden für Besichtigung, Museum und Panoramaaufnahmen ein.
  • Festes Schuhwerk und eine leichte Jacke sind ratsam: Wind und wechselhafte Wetter im Harz können überraschen.
  • Kombinieren Sie den Burgbesuch mit einer Wanderung auf dem Selketalstieg oder einer Talfahrt mit der Selketalbahn.
  • Probieren Sie regionale Spezialitäten in den Gaststätten der Altstadt: Eifeler Wild, Harzer Käse und frische Forelle aus Selke.
  • Achten Sie auf Veranstaltungshinweise im Burgkalender, um Fackelführungen oder historische Feste nicht zu verpassen.

Burg Stolberg, Südseite, (5)