Burg Pyrmont
Burg Pyrmont erhebt sich malerisch auf einem hohen Basaltfelsen bei Roes im Weserbergland. Umgeben von dichten Wäldern und dem ruhigen Emmertal bietet die Anlage neben idyllischen Ausblicken auch spannende Einblicke in fast 800 Jahre wechselvolle Geschichte. Heute lockt die Burg mit einer Jugendherberge, Führungen durch historische Gemäuer und abwechslungsreichen Veranstaltungen Gäste jeden Alters. Tauchen Sie ein in die Welt des Mittelalters und erfahren Sie, wie man Burg Pyrmont am besten erreicht.
Historischer Überblick
Gründung und Blütezeit
Erbaut wurde Burg Pyrmont um das Jahr 1225 von den Herren von Pyrmont als Grenzfestung zwischen dem Hochstift Paderborn und den Territorien der Grafen von Schwalenberg. Ihr strategischer Standort sicherte wichtige Handelswege entlang der Emmer und garantierte den Burgherren großen Einfluss in der Region. In ihrer Blütephase im 13. und 14. Jahrhundert diente die Anlage nicht nur militärischen Zwecken, sondern auch repräsentativen Festen und diplomatischen Zusammenkünften.
Umbauten und Nutzung im Spätmittelalter
Im 15. Jahrhundert erweiterten die Burgherren den Palas und fügten einen massiven Bergfried hinzu, um den Fortschritten in der Belagerungstechnik zu begegnen. Zahlreiche Wirtschaftstrakte entstanden, in denen Schmiede, Bäcker und Stallungen untergebracht waren. Die Burg entwickelte sich zu einem kleinen Verwaltungszentrum, in dem Abgaben eingezogen und Gerichtsverhandlungen abgehalten wurden.
Verfall und Wiederbelebung
Nach mehrfachem Besitzerwechsel ging Burg Pyrmont im Dreißigjährigen Krieg stark beschädigt in Flammen auf und verfiel allmählich. Erst im 19. Jahrhundert erwachte das Interesse an der historischen Ruine wieder. Fördervereine und der Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) begannen ab den 1920er-Jahren mit ersten Sicherungsmaßnahmen, bis in den 1980er-Jahren umfassende Restaurierungen das mittelalterliche Bild weitgehend rekonstruierten.
Architektur und Burganlage
Bergfried
Der runde Bergfried mit einem Durchmesser von rund acht Metern ist das höchste erhaltene Bauwerk und bietet auf seiner Plattform einen weiten Rundblick über das Weserbergland. Seine schießschartenartigen Fensteröffnungen zeugen von der reinen Verteidigungsfunktion.
Palas und Wohntrakt
Der nahezu quadratische Palas bildet den Kern der Anlage. Heute dient er als Jugendherberge mit Schlafräumen, Gemeinschaftsbereichen und einem rustikalen Speisesaal. An den ursprünglichen Kreuzrippengewölben lässt sich der repräsentative Charakter des Wohnbaus nachvollziehen.
Wehrmauern, Gräben und Zwinger
Die dicken Basaltmauern umfassen den Burghof auf drei Seiten, im Süden trennt ein trockener Halsgraben die Hauptburg vom äußeren Zwinger. Reste von Halbrund- und Ecktürmen markieren die ursprünglichen Schwerpunkte der Verteidigung.
Höhlen unterhalb der Burg
Am Fuß des Burgbergs befinden sich die berühmten Pyrmonter Höhlenwohnungen. Gehöftartig angeordnet, boten sie im Mittelalter einfache Unterkünfte für Tagelöhner und Waldarbeiter und sind heute frei zugänglich.
Umgebung und Freizeitmöglichkeiten
Wander- und Radwege
Ein gut ausgeschildertes Wegenetz führt rund um Burg Pyrmont.
- Der Emmerweg verläuft in Ufernähe des Flusses und bietet sanfte Strecken für Familien.
- Der Eggeweg führt über die bewaldeten Hügelkämme mit teilweise steilen Anstiegen und beeindruckenden Aussichtspunkten.
Natur und Aussicht
Der Basaltfelsen, auf dem die Burg steht, ist Relikt vulkanischer Aktivitäten vor rund 25 Millionen Jahren. Infotafeln am Burgtor erläutern Geologie und heimische Tierwelt, während auf dem Bergfriedplateau seltene Greifvögel beobachtet werden können.
Jugendherberge und Gastronomie
In den historischen Räumen des Palas betreibt das DJH eine Jugendherberge mit rund 60 Betten. Auf der Burgterrasse lädt ein kleines Burgcafé zu regionalen Spezialitäten und Erfrischungen ein, ideal nach einer Wanderung durch die Emmerauen.
Nutzung und Veranstaltungen heute
Führungen und Burgmuseum
Ganzjährig werden geführte Rundgänge angeboten, bei denen Teilnehmer Hinterlassenschaften von Rittern, Bergknappen und Burgfräuleins entdecken. Ein kleiner Ausstellungsraum im Torhaus zeigt Fundstücke aus Ausgrabungen und erzählt Anekdoten aus der wechselvollen Geschichte.
Kulturprogramm und Feste
Über das Jahr verteilt finden Mittelaltermärkte, Konzerte unter freiem Himmel und Workshops für Kinder (z. B. Bogenschießen, Burgwächter-Rallye) statt. Ein Highlight ist das Ritterfest im Juli mit Ritterspielen, Handwerksständen und zünftiger Tavernenmusik.
Firmen- und Privatfeiern
Burg Pyrmont bietet mit ihrem Burghof, dem historischen Gewölbekeller und dem Bergfriedplateau ungewöhnliche Event-Locations für Hochzeiten, Teambuilding-Events und Jubiläen. Catering vor Ort sorgt für einen reibungslosen Ablauf.
Anfahrt
Mit dem Auto
- Von Paderborn: Über die B64 Richtung Höxter, dann in Lütmarsen auf die L926 Richtung Roes abbiegen. Burg Pyrmont ist ausgeschildert.
- Von Hameln: B83 nach Höxter, weiter auf der B64 bis Lütmarsen – dann wie oben beschrieben.
- Kostenfreie Parkplätze befinden sich am Fuße des Burgbergs. Ein Fußweg von etwa 300 Metern führt steil zur Hauptburg.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln
- Zug: Regionalbahn bis Bahnhof Höxter-Ottbergen.
- Bus: Vom Bahnhof Ottbergen Buslinie 778 nach Roes, Haltestelle „Burg Pyrmont“. Von dort sind es rund zehn Minuten zu Fuß bergauf.