Backcountry Super Cubs Super Cub
Die Backcountry Super Cubs Super Cub ist ein legendäres Leichtflugzeug, das sich durch herausragende STOL-Eigenschaften (Short Takeoff and Landing) und robuste Bauweise einen Namen gemacht hat. Entwickelt für den Einsatz in unwegsamem Gelände, kombiniert es klassische Piper-Cub-Tradition mit modernen Materialien und Aerodynamik-Optimierungen. Piloten schätzen die Maschine aufgrund ihrer Vielseitigkeit, Zuverlässigkeit und des unvergleichlichen Fluggefühls. Dieser Artikel beleuchtet die technischen Spezifikationen, Konstruktionsmerkmale und Einsatzmöglichkeiten im Detail.
Geschichte und Entwicklung
Ursprünge des Designs
Inspiriert von der Piper J-3 Cub entstand die Backcountry Super Cub als Kit-Bausatz, der sowohl Amateuren als auch professionellen Werkstätten offensteht. Ziel war es, die bewährten Flugeigenschaften des Originals zu erhalten, dabei aber STOL-Leistungen und Tragflächenauftrieb weiter zu optimieren. Schon im Prototypenstadium wurden verschiedene Flügelprofile, Spaltklappen und Winglets getestet, um den Auftrieb bei langsamen Geschwindigkeiten zu maximieren.
Meilensteine der Serienentwicklung
- 2010: Vorstellung des ersten Kit-Prototyps mit Lycoming O-360
- 2012: Zulassung in der Experimental-Amateur-Built-Kategorie
- 2015: Einführung eines optionalen 180-PS-Powerpakets
- 2018: Verfügbarkeit eines leichten Kohlefaser-Rumpfverstärkungs-Kits
- 2021: Modernisierte Avionik-Optionen für IFR-fähige Instrumentierung
Konstruktion und Design
Rumpf und Rahmen
Der Rumpf der Super Cub basiert auf einer Kombination aus Stahl-Gitterrohrstruktur und Aluminium-Verbundwerkstoffen. Diese Bauweise gewährleistet eine hohe Biege- und Torsionsfestigkeit bei moderatem Gewicht. Die große Kabinenverglasung aus kratz- und UV-resistentem Plexiglas bietet exzellente Rundumsicht, während Serviceklappen an beiden Seiten schnellen Zugang zu Motorraum und Elektrik erlauben.
Tragwerk und Flügel
Die Tragflächen der Super Cub nutzen ein modifiziertes USA-35B-Profil mit integrierten Spaltklappen und Full-Flying-Ruderhörnern. Zwei Klappenstellungen (0° und 15°) ermöglichen eine Anpassung an Reiseflug- oder STOL-Modus. Winglets reduzieren die induzierten Widerstände und verbessern die Kontrolle bei hohen Anstellwinkeln.
Fahrwerk
Das Hauptfahrwerk besteht aus gefederten Stahlrohrbeinen mit Elastomer-Dämpfungselementen. Große Ballonreifen mit geringem Bodendruck erlauben Flüge und Landungen auf weichem, unbefestigtem Untergrund. Das gummigedämpfte Spornrad ist schwenkbar und unterstützt enge Rangiermanöver auf Feld- und Waldpisten.
Antriebssystem
Motorvarianten
- Lycoming O-360 (180 PS): Klassiker mit bewährter Zuverlässigkeit
- Rotax 912 ULS (100 PS): Leichter, sparsamer Zweitakt-Antrieb
- Lycoming O-320 (150 PS): Ausgewogenes Leistungsgewicht
Jede Motoroption kann mit einem elektronischen Zünd- und Einspritzsystem ausgestattet werden, das automatische Luftdruck- und Temperaturkompensation übernimmt.
Propelleroptionen
Die Super Cub wird wahlweise mit einem zweiblättrigen Holz- oder einem dreiblättrigen Composite-Propeller ausgeliefert. Verstellbare Propeller ermöglichen das Anpassen auf STOL-intensive Schubphasen oder effizienten Reiseflug. Ein manueller Pitchhebel im Cockpit erlaubt Piloten Feinjustierungen während des Fluges.
Technische Daten im Überblick
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Sitzplätze | 2 (nebeneinander) |
| Spannweite | 10,67 m |
| Länge | 7,02 m |
| Höhe | 2,34 m |
| Flügelfläche | 16,7 m² |
| Leergewicht | 425 kg |
| Maximales Abfluggewicht | 695 kg |
| Motorleistung | 100–180 PS |
| Höchstgeschwindigkeit | 185 km/h |
| Reisegeschwindigkeit | 160 km/h |
| Minimalgeschwindigkeit | 48 km/h |
| Steigrate | 7,5 m/s (mit 180 PS) |
| Dienstgipfelhöhe | 4.000 m |
| Kraftstoffkapazität | 76 l |
| Reichweite | 640 km (mit Reserve) |
| Gurtungsbereich | +4,4 / –1,76 g |
Cockpit und Avionik
Instrumentierung
Standardmäßig wird die Super Cub mit analogen Grundinstrumenten geliefert. Optional stehen Glas-Cockpits von Dynon SkyView oder Garmin G3X verfügbar, inklusive GPS-Navigation, Engine Monitoring und integrierter ADS-B-Funktechnik.
Komfort und Ergonomie
Ergonomisch geformte Sitze mit Vierpunktgurten bieten sicheren Halt in Turbulenzen. Verstellbare Pedale und Sitzschienen ermöglichen Piloten unterschiedlicher Körpergröße optimalen Komfort. Seitliche Frischluftdüsen und Dachluken sorgen für Belüftung ohne Zugluft.
Flugleistungen
Start- und Landeeigenschaften
Mit komplett ausgefahrenen Klappen und maximalem Schub sind Bodengewinne in weniger als 60 m erreichbar. Die rot-markierten Anstellwinkelskalen helfen Piloten, den idealen Anflugwinkel beizubehalten.
Reiseflug und Verbrauch
Im Reiseflug bei 65 % Leistung und 3.000 m Flughöhe verbraucht die Super Cub knapp 18 l/h. Eine durchschnittliche Reisegeschwindigkeit von rund 150 km/h ermöglicht Strecken bis zu 600 km ohne Tankstopp.
Betrieb und Wartung
Wartungsintervalle
Die Inspektionszyklen sind auf Basis der FAA-Experimental-Kategorie flexibel, empfohlen werden kleinere Checks alle 50 Flugstunden und umfangreiche Wartungen alle 200 Stunden. Der Lycoming-Motor erreicht eine TBO (Time Between Overhaul) von 2.000 Stunden.
Betriebskosten
Durch einfache Konstruktion und geringen Treibstoffverbrauch liegen die durchschnittlichen Kosten bei etwa 45 Euro pro Flugstunde. Geringer Wartungsaufwand und modulare Baugruppen reduzieren Ausfallzeiten.
Varianten und Sonderausstattung
- Backcountry Super Cub 8XC: Erweiterte Flügelspannweite für noch bessere STOL-Leistungen
- Float- und Skier-Kit: Für Wasser- und Schneeoperationen
- Photovoltaik-Dachpaneele: Zur Batterie-Ladung im Stand
- Heizmöglichkeiten: Cockpit-Heizung und Ölkühlererwärmung
Einsatzmöglichkeiten
Die Super Cub bewährt sich als Rettungsflugzeug in Gebirgsregionen, als Schleppmaschine für Segelflugzeuge und als Abenteuerflugzeug für Backcountry-Touren. Ihre Vielseitigkeit macht sie sowohl im kommerziellen Betrieb als auch bei Privatpiloten beliebt.
Zukunftsperspektiven
Mit Blick auf alternative Antriebstechniken wird an Hybrid- und vollelektrischen Versionen gearbeitet. Verbesserte Composite-Materialien und aerodynamische Feintuning-Maßnahmen versprechen weitere Effizienzsteigerungen bei gleichbleibendem STOL-Potenzial.