USS Fort McHenry (LSD-43)

Die USS Fort McHenry (LSD-43) war ein Docklandungsschiff (Dock Landing Ship) der US Navy und gehörte zur Whidbey Island-Klasse. Das Schiff wurde nach dem Fort McHenry in Baltimore benannt, das historisch für seinen Widerstand im Britisch-Amerikanischen Krieg von 1814 bekannt ist. Die Fort McHenry spielte über Jahrzehnte eine zentrale Rolle bei amphibischen Operationen, indem sie Marines, Landungsfahrzeuge und Luftunterstützung transportierte. Nach 33 Jahren Dienstzeit wurde sie 2021 ausgemustert und in Reserve gesetzt.

Bau und Indienststellung

  • Das Schiff wurde bei Lockheed Shipbuilding in Seattle, Washington, gebaut.

  • Kiellegung erfolgte am 10. Juni 1983, der Stapellauf am 1. Februar 1986.

  • Indienststellung war am 8. August 1987.

  • Am 27. März 2021 fand die Außerdienststellung statt, danach wurde es zur Naval Inactive Ship Maintenance Facility gebracht.

Design und Aufbau

Das Schiff der Whidbey Island-Klasse ist speziell für amphibische Einsätze ausgelegt. Ein zentrales Merkmal ist das sogenannte „Well Deck“ – ein Überflutungsbereich im Heck –, das es ermöglicht, Landungsboote wie LCACs (Landing Craft Air Cushion) direkt ins Wasser abzusetzen und wieder aufzunehmen. In Verbindung mit einem gut ausgestatteten Deck für Hubschrauber stellt die Fort McHenry ein Mehrzweck-Amphibienfahrzeug dar.

Weiterhin verfügt das Schiff über Krane (u. a. 20-Tonnen- und 60-Tonnen-Kräne), erweiterte Reparatur- und Wartungseinrichtungen, einen automatisierten Nachschub-Computer, medizinische und dentale Einrichtungen sowie moderne Kommunikations- und Gefechtssysteme. Technische Spezifikationen

Abmessungen & Verdrängung

  • Länge: etwa 610 Fuß (rund 186 m)

  • Breite (Beam): ungefähr 84 Fuß (etwa 25,6 m)

  • Tiefgang: rund 21 Fuß (etwa 6,4 m)

  • Verdrängung: ca. 16 000 Tonnen bei voller Beladung, je nach Quelle zwischen ~15 940 und ~16 500 Tonnen.

Antrieb & Leistung

  • Antrieb: vier Dieselmotoren der Firma Colt Industries mit 16 Zylindern.

  • Propeller: Zwei Wellen (Schaftantrieb).

  • Leistung: Insgesamt rund 33.000 shp (shaft horsepower).

  • Maximale Geschwindigkeit: über 20 Knoten (je nach Quelle „20+ Knoten“)

  • Reichweite / Ausdauer: In einigen Quellen wird eine Reichweite von bis zu 8.000 Seemeilen angegeben.

Besatzung & Truppenkapazität

  • Standardbesatzung: etwa 22 Offiziere und 391 Mann Mannschaft.

  • Marine-Detachment: typischerweise rund 402 Marines plus etwa 102 „Surge“-Truppen, wenn zusätzliche Kapazität benötigt wird.

  • Unterbringung von Landungsfahrzeugen:

    • Das Well Deck kann bis zu 4 LCACs aufnehmen.

    • Alternativ Platz für bis zu 21 LCM-6 (Landing Craft Mechanized).

    • Auf Deck kann zusätzlich eine Kombination von weiteren kleineren Landungsbooten untergebracht werden (z. B. LCM, LCVP, LCPL).

Flug- und Luftunterstützung

  • Die Fort McHenry besitzt zwei Landeplätze für Hubschrauber, allerdings kein Hangar.

  • Sie kann große Hubschraubermodelle aufnehmen, etwa CH-53-E (schwere Transporthubschrauber).

Bewaffnung

Die Bewaffnung der Fort McHenry war für ein Docklandungsschiff moderat, aber auf Selbstverteidigung ausgelegt:

  • Zwei Mk 38 25 mm Kanonen.

  • Zwei Phalanx CIWS (20 mm) zur Nahbereichsabwehr.

  • Zwei Launch-Systeme für Rolling Airframe Missile (RAM) zur Flugabwehr.

  • Sechs Maschinengewehre Kaliber .50 (M2HB).

Zusätzlich sind Täuschsysteme wie Chaff- und Decoy-Werfer (z. B. Mk 36 SRBOC) vorhanden, um anfliegende Bedrohungen abzulenken.

Elektronik, Sensorik & Unterstützungssysteme

  • Moderne Kommunikations- und Gefechtssysteme zur Koordination von amphibischen Einsätzen.

  • Radarsysteme für Oberflächen- und Luftüberwachung (z. B. Suchradar).

  • Logistik- und Versorgungssysteme an Bord sind automatisiert, was Effizienz bei Nachschub, Wartung und Lagerung erhöht.

  • Krane mit hoher Tragfähigkeit ermöglichen das Heben schwerer Landungsfahrzeuge und Ausrüstung (z. B. 60 Tonnen).

  • Medizinische Einrichtungen, einschließlich Klinik- und Zahnarztbereich, sorgen für die Versorgung von Besatzung und Landungstruppen.

Einsatzkonzept & Funktion

Die Fort McHenry war primär dafür ausgelegt, Marines und ihre Ausrüstung in amphibischen Operationen zu unterstützen. Ihre Aufgaben umfassten:

  1. Transport von Landungstruppen und gepanzerten Fahrzeugen über das Meer.

  2. Einsatz von Landungsbooten (LCAC, LCM) über das Well Deck, auch unter erschwerten Bedingungen.

  3. Bereitstellung von Luftunterstützung durch Hubschrauber.

  4. Logistische Unterstützung: Wartung, Reparatur, Nachschub für eingesetzte Landungskräfte.

  5. Selbstverteidigung gegen Luft- und Oberflächenbedrohungen mittels CIWS, RAM und Maschinenwaffen.

Dank ihrer gut strukturierten Infrastruktur konnte sie auch bei längeren Einsätzen eine centrale Plattform für amphibische Operationen bilden.

Bedeutung und Herausforderungen

  • Über ihre Dienstzeit war die Fort McHenry in zahlreichen amphibischen Einsätzen aktiv, darunter humanitäre Missionen ebenso wie militärische Operationen.

  • Die Fähigkeit, moderne LCAC-Hovercraft aufzunehmen, machte sie besonders flexibel gegenüber klassischen Landeplattformen.

  • In den späteren Jahren ihrer Dienstzeit wuchs allerdings der Wartungsaufwand: Dieseltriebwerke, komplexe Systeme und Korrosionsschutz erforderten kontinuierliche Instandhaltung.

  • Mit ihrer Außerdienststellung im Jahr 2021 wurde ein langjähriger Bestandteil der amphibischen Flotte der US Navy außer Dienst gestellt – was die Bedeutung dieser Klasse in einem historisch bedeutsamen Moment markierte.

Fazit

Die USS Fort McHenry (LSD-43) war ein robustes und vielseitiges Docklandungsschiff, das speziell für amphibische Operationen ausgelegt war. Ihre Mischung aus großen Landing-Craft-Kapazitäten, Hubschrauberfähigkeiten, leistungsfähigen Dieselantrieben sowie moderner Selbstverteidigungsausstattung machte sie zu einer wichtigen Plattform in der US-Marine. Über drei Jahrzehnte diente sie zuverlässig, bevor sie 2021 in den Reservebestand überging.

US Navy 050117-F-4884R-015 he amphibious dock landing ship USS Fort McHenry (LSD 43) makes a wide turn prior to conducting helicopter operations off the coast of the island of Sumatra, Indonesia