SNCASE SE.161 Languedoc

Die SNCASE SE.161 Languedoc war ein französisches Passagier- und Transportflugzeug, das in den 1930er Jahren entwickelt wurde. Als eines der ersten viermotorigen Flugzeuge der französischen Luftfahrtindustrie nach dem Zweiten Weltkrieg spielte die Languedoc eine wichtige Rolle im zivilen Luftverkehr sowie im militärischen Transport. Trotz einiger technischer Herausforderungen war das Flugzeug aufgrund seiner Zuverlässigkeit und Nutzlastkapazität bei verschiedenen Fluggesellschaften und Behörden sehr geschätzt.

Entwicklung und Einsatzgebiet

Die Entwicklung der SE.161 Languedoc begann vor dem Zweiten Weltkrieg durch die Société Nationale des Constructions Aéronautiques du Sud-Est (SNCASE), die aus mehreren nationalisierten französischen Flugzeugherstellern hervorging. Die Languedoc sollte ein modernes Passagierflugzeug für mittlere Distanzen werden, das insbesondere die Bedürfnisse der französischen Fluggesellschaft Air France abdecken konnte. Während des Krieges wurden einige Einheiten auch für militärische Zwecke eingesetzt, unter anderem als Transport- und Versorgungsflugzeuge.

Technische Parameter

Abmessungen und Gewicht

  • Länge: 22,25 Meter

  • Spannweite: 33,60 Meter

  • Höhe: 6,10 Meter

  • Flügelfläche: 106 Quadratmeter

  • Leergewicht: ca. 11.500 Kilogramm

  • Maximales Abfluggewicht: ca. 17.500 Kilogramm

Antrieb

  • Motoren: 4 × Gnome-Rhône 14N 48/49

  • Typ: 14-Zylinder-Doppelsternmotor, luftgekühlt

  • Leistung je Motor: 1.020 PS (ca. 750 kW)

  • Propeller: Dreiblatt-Verstellpropeller aus Metall

Leistung und Flugverhalten

  • Maximale Reisegeschwindigkeit: ca. 340 km/h

  • Dienstgipfelhöhe: etwa 6.000 Meter

  • Reichweite: rund 1.700 Kilometer mit voller Passagierladung

  • Steigleistung: ungefähr 5 m/s

Kapazität und Ausstattung

  • Passagierkapazität: 24 bis 33 Sitzplätze, je nach Ausführung

  • Besatzung: 4 Personen (Pilot, Kopilot, Flugingenieur, Bordmechaniker)

  • Kabinenkomfort: Druckbelüftete Kabine mit guter Geräuschdämmung, damals moderner Standard

Konstruktion und Struktur

Die SE.161 Languedoc wurde hauptsächlich in Ganzmetallbauweise gefertigt, was sie robust und langlebig machte. Der Rumpf hatte eine stromlinienförmige Bauweise mit ovalem Querschnitt, die für aerodynamische Effizienz sorgte. Die Tragflächen waren als einteilige Konstruktion ausgeführt und enthielten die Kraftstofftanks. Das Fahrwerk war ein einziehbares Dreiradfahrwerk, das für den zivilen Betrieb ausgelegt war und ein relativ sanftes Landen ermöglichte.

Betriebserfahrungen und Bedeutung

Nach dem Krieg war die Languedoc eines der wichtigsten Transportmittel für mittelstreckige Flüge in Frankreich und einigen europäischen Ländern. Die Maschine wurde bei Air France und anderen Gesellschaften eingesetzt, konnte jedoch mit der schnell voranschreitenden Entwicklung moderner Strahlflugzeuge nicht dauerhaft konkurrenzfähig bleiben. Trotzdem zeigte die Languedoc ihre Zuverlässigkeit in verschiedensten Einsätzen, vom Passagierverkehr über Frachttransport bis hin zu militärischen Versorgungsflügen.

Fazit

Die SNCASE SE.161 Languedoc war ein bedeutendes Flugzeug der Nachkriegszeit in Frankreich, das den Übergang von der Propeller- zur Strahlflugzeugära mitprägte. Mit soliden technischen Parametern, einem leistungsstarken Motorenensemble und einer für damalige Verhältnisse komfortablen Kabine erfüllte sie die Anforderungen des mittleren Passagier- und Frachtverkehrs zuverlässig. Obwohl sie letztlich von moderneren Flugzeugen verdrängt wurde, bleibt die Languedoc ein wichtiger Meilenstein in der französischen Luftfahrtgeschichte.

SE.161 Languedoc LeB 1951